S-Bahn kommt ein bisschen pünktlicher

Pendler würden wahrscheinlich nicht darauf wetten, doch die S-Bahn Stuttgart ist im vergangenen Jahr tatsächlich ein wenig pünktlicher geworden. Das geht aus einer aktuellen Übersicht der Bahn hervor.

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88,48 Prozent der Züge waren demnach weniger als drei Minuten verspätet, 96,64 Prozent kamen weniger als sechs Minuten zu spät. 2014 hatten die Werte noch bei 85,75 beziehungsweise 95,62 Prozent gelegen. Die Drei- und die Sechs-Minuten-Pünktlichkeit sind mit Blick auf Anschlussmöglichkeiten für die S-Bahn Stuttgart Richtwerte.

Von den Zielwerten, die der Verband Region Stuttgart (VRS) als Besteller der S-Bahn vorgibt, sind die Züge aber immer noch entfernt: Ihnen zufolge müssten 94,5 Prozent der Züge mit weniger als drei Minuten, 98 Prozent mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Bestimmungsort eintreffen. Sprich: Vor allem bei der Drei-Minuten-Pünktlichkeit hapert's.

Die vorlegten Werte beschreiben den Jahresdurchschnitt. Die Pünktlichkeitsstatistik in den Hauptverkehrzeiten morgens und abends zwischen 6 und 9 Uhr beziehungsweise 15.30 und 19 Uhr soll erst Mitte April bei einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses veröffentlicht werden. Laut dem VRS-Verkehrsdirektor Jürgen Wurmthaler sollen jedoch auch diese Werte spürbar besser als 2014 sein.

Den Grund dafür sieht er in vielen kleinen Maßnahmen, die auf den Weg gebracht worden seien. Zum Beispiel werden seit 2014 am Hauptbahnhof Abfertigungshelfer eingesetzt, die dafür sorgen sollen, dass die Leute schneller einsteigen. Deren Wirkung habe sich 2015 erst richtig entfaltet, sagt Wurmthaler. Auch habe die Bahn im vergangenen Jahr in die Instandsetzung der Infrastruktur investiert.

Bei den Fahrgästen sind die verbesserten Prozentwerte hingegen noch nicht angekommen - rund 400.000 sind pro Werktag in bis zu 750 S-Bahn-Zügen unterwegs. Zumindest kann Wurmthaler nicht von sinkenden Beschwerdezahlen berichten. Die Sicht der Leute auf die Pünktlichkeit werde von der persönlichen Situation und Großereignissen bestimmt. Wenn wie neulich bei der Bombenentschärfung nichts mehr gehe, präge sich das ein. "Umso wichtiger ist es für uns, das zu objektivieren."

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