Nahrung für den Magen und das Herz

Mit einem Festgottesdienst ist die 21. Stuttgarter Vesperkirche eröffnet worden. In den kommenden sieben Wochen ist sie ein Zufluchtsort für Bedürftige.

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Sieben Wochen lang geben Ehrenamtliche bei der Vesperkirche eine warme Mahlzeit aus.  Foto: 

Während draußen heftiges Schneetreiben eingesetzt hat, drängeln sich drinnen über 400 Besucher und singen "Christus, meine Zuversicht". Die gestern eröffnete Vesperkirche macht die Leonhardskirche im Stadtzentrum zur Begegnungsstätte für Arm und Reich. "Die Vesperkirche ist ein Stück gemeinsames Leben, Zuwendung, gelebter Glaube, tätige Hilfe und Gespür für Benachteiligte", sagte Christoph Hildebrandt-Ayasse, Pfarrer der evangelischen Leonhardsgemeinde. In ihrer Predigt sprach Diakonie-Pfarrerin Karin Ott über die Welt, in der es oft hart und unbarmherzig zugehe, über Verzweiflung, Hunger und Scheitern und "die tiefe Sehnsucht nach einem besseren und glücklichen Leben". Sie beklagte, dass sich Armut in Deutschland auf hohem Niveau verfestige und für die Betroffenen meist in die soziale Isolation führe. Hier sei die Vesperkirche ein wichtiger Beitrag.

Die Vesperkirche steht Gästen bis zum 5. März jeden Tag zwischen 9 und 16.15 Uhr offen. Für 1,20 Euro gibt es ein warmes Mittagessen, Getränke und Kuchen sind gratis. Darüber hinaus können Besucher medizinische Hilfe, Beratungen oder einen Friseur in Anspruch nehmen. Das kostenfreie Kulturprogramm startete gestern mit einem Konzert des Staatsopernchors.

Zum Auftakt wurde ein typisch schwäbischer Sonntagsbraten mit Spätzle, Soße und Salat serviert. An der Essensausgabe begrüßte Dieter Grabowski alte Bekannte. Ganz am Anfang der Reihe stand ein älterer Herr, der seit 13 Jahren in die Vesperkirche kommt. Grabowski selbst ist schon 16 Jahre bei der Vesperkirche dabei. Er ist einer von rund 600 Ehrenamtlichen. Der gelernte Küchenmeister kümmert sich auch um den Einkauf. Er weiß, dass "die Leute sehr dankbar sind". Viele Gäste der Vesperkirche leben auf der Straße. Es kommen aber auch immer mehr verarmte Familien und Rentner dazu. Für alle ist die Vesperkirche ein Zufluchtsort. Finanziert wird sie allein aus Spenden. Jährlich werden rund 250 000 Euro benötigt.

Mehr über www.vesperkirche.de

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