Hoffnung aus Fernost

Wer eine Vision hat, der soll gefälligst zum Arzt gehen, hat Helmut Schmidt einst seinen Parteifreund Willy Brandt abgekanzlert.

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Seoul: Amtliche Aufforderung zu Aktivitäten im Freien.  Foto: 

Jetzt ist der paffende Super-Staatsmann über alles erhaben, es darf also wieder visioniert werden, ohne sofort in eine Notfallambulanz geschickt zu werden. Gerade in Stuttgart, gerade in diesen Tagen sind Visionen wichtiger denn je.

In Zeiten des (noch) freiwilligen Feinstaub-Alarms wird der Blick in die Zukunft gerichtet. Dort wartet gewiss die positive Perspektive. Wer so denkt, der nimmt sich vielleicht Seoul zum Vorbild. Die Luft in der Hauptstadt Südkoreas, eine Agglomeration mit rund 25 Millionen Einwohnern, war miserabel. Noch 2012 wurde ein Feinstaubrekord von 41 Mikrogramm gemessen. Zum Vergleich: Stuttgart erreichte mehr als das Dreifache, der EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm. Die Bedingungen im freien Teil der koreanischen Halbinsel werden immer noch besser, Seoul will ja auch grüner werden. Die fürsorgliche Verwaltung schickt die Bürger in die Parks, sobald die "air quality" dies erlaubt. Auf Tafeln werden dann "outdoor activities" empfohlen.

Von solchen Aufforderungen kann man in Stuttgart schon mal träumen. Wenn demnächst der Feinstaub verschwindet, lassen sich rasch amtliche Tipps für Betätigungen im Freien verbreiten. Die Tafeln müssen nur neu betextet werden.

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