Gesuchter LBBW-Banker geht Polizei in Kenia ins Netz

Der Bankangestellte, der die Landesbank Baden-Württemberg um 750.000 Euro gebracht hat, wurde gefasst. Zehn Monate nach seiner Flucht.

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Einen Tag vor Weihnachten beschenkt sich ein Bankmitarbeiter in Stuttgart kurzerhand selbst. Beim Geldzählen zweigt er den Ermittlern zufolge heimlich Hunderttausende ab und verschwindet wenige Tage danach spurlos: mit rund einer dreiviertel Million Euro im Gepäck. Knapp zehn Monate nach seiner Flucht ist Christian Schmidt aus Besigheim (Kreis Ludwigsburg) nun in Kenia gefasst worden. Laut einem Bericht des afrikanischen Wirtschaftsportals "Business Daily" wurde er in Mombasa verhaftet und sitzt nun in der Hauptstadt Nairobi in Haft.

Eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft bestätigte am Samstag: "Ja, wir haben ihn. Er ist es definitiv." Die genauen Umstände der Festnahme kenne man hingegen noch nicht. Bei der Stuttgarter Polizei war ein Fax aus der ostafrikanischen Metropole eingegangen. Ob und wann der 43-Jährige nach Deutschland ausgeliefert werde, sei unklar. Auch wo das Geld geblieben ist, stehe noch nicht fest.

Schmidts Fall hatte Anfang des Jahres bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Banker soll einen Tag vor Heiligabend 2014 beim Geldzählen in der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) neben dem Hauptbahnhof die rund 750.000 Euro unterschlagen und in einer Schublade deponiert haben. Später soll er das Geld in einem Karton aus der Bank getragen haben. Am 26. Dezember 2014 tauchte er unter. Bei der LBBW bemerkte man den Diebstahl erst mehr als eine Woche später. Was von Schmidt zunächst nur blieb, war das geliehene Auto seiner Schwester, das nahe des Stuttgarter Flughafens gefunden wurde. Der Mann sei aber auf keiner Passagierliste des Flughafens eingetragen gewesen, teilte die Polizei damals mit. Die Fahndung nach dem Besigheimer wurde auch von der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" unterstützt.

Nach Schmidts Coup hatte die LBBW ihre Sicherheitsvorkehrungen überprüft, aber nach eigenen Angaben keine groben Mängel entdeckt. Als der Mann eingestellt worden sei, habe man sich zwar das polizeiliche Führungszeugnis vorlegen lassen. Dies sei aber unbedenklich gewesen. Laut Recherchen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" war Schmidts Vergangenheit hingegen alles andere als unbedenklich. Er soll zwei Firmen in den Sand und eine Privatinsolvenz hingelegt haben. Obendrein soll er spielsüchtig gewesen sein und sein Vermögen verzockt haben.

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