Fünf Sachen für jedes Flüchtlingskind

Jedes Jahr ist er eine Attraktion: Der "Pfennigbasar". Der Flohmarkt ist eine Benefizveranstaltung des Deutsch-Amerikanischen Frauen-Clubs.

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Die Club-Präsidentinnen Pat Schultz und Gabi Fürst.  Foto: 

Viel ist nicht mehr übrig: Wo sich am Vortag noch Klamotten, Weihnachtsdeko, Geschirrservice und Bücher auf den Tischen der 20 Stände des 47. Pfennigflohmarkts im Hegelsaal der Stuttgarter Liederhalle stapelten, ist am Donnerstagnachmittag kaum mehr etwas zu sehen. "Zum Glück! Das sind die Reste. Am Donnerstag standen die Besucher schon bei der Eröffnung bis auf die Straße und haben die Stände entsprechend leer geräumt", meint Gabi Fürst, deutsche Präsidentin des Deutsch-Amerikanischen Frauen-Clubs, lachend. Fast 5000 Besucher an einem Tag - eine Herausforderung für die rund 600 freiwilligen Helfer.

Auch in der "Boutique", einem Bereich des Flohmarkts, in dem Vintage-Handtaschen, Kostüme, Pelze und Abendkleidung verkauft werden, herrscht kurz vor Verkaufsende noch reges Treiben. "Irgendwas lässt sich damit bestimmt anfangen", meint beispielsweise Melissa Frey und hält eine rote Blazer-Hosen-Kombi in die Luft. Frey:"Man weiß nie, auf was für Schätze man hier stößt. Es gibt amerikanische Literatur, bayerische Trachten und dazwischen edle Samtröcke. Und das alles für einen guten Zweck."

Der Erlös des Verkaufs fließt nämlich zur Hälfte in den Deutsch-Amerikanischen Studentenaustausch, der Rest jeweils zu 50 Prozent in amerikanische und deutsche Projekte im Raum Stuttgart. Was während der zwei Verkaufstage des "Pfennigflohmarkts" abgesetzt wird, wandert in die umliegenden Flüchtlingsheime.

Doch nicht nur im Nachhinein ist die Flüchtlingskrise in der Liederhalle ein Thema: Bevor die Flohmarktbesucher die Hallen stürmten, machten die Organisatoren 30 syrischen Flüchtlingskindern eine Freude, die ohne ihre Eltern in Deutschland ankamen und nun im Flüchtlingsheim in der Keplerstraße untergekommen sind: "Am Dienstag haben wir die Kinder hier durchgeführt und jedes von ihnen durfte sich fünf Sachen aussuchen, die es mitnehmen konnte", erzählt Fürst. Die interne Projektgruppe "Refugee" will sich zudem auch zukünftig für die Belange der Flüchtlingskinder einsetzen. "Die Kinder müssen zum Beispiel Deutsch lernen, da kommt eine Menge auf uns alle zu", so Fürst.

Der Club ist 1947 von deutschen Frauen und Ehefrauen amerikanischer Soldaten gegründet worden. Längst sind auch Frauen anderer Nationen mit dabei. Der Club kommt auf 380 Mitglieder.

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