Falschparken auf dem Campus wird teuer

Der Rektor der Uni Hohenheim hat die Geduld verloren. Weil alle Appelle nichts halfen, lässt er die Autos von Falschparkern auf dem Campus abschleppen.

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Das Schild weist auf absolutes Haltverbot hin. Dennoch stehen Autos in dieser Zone. Die Unileitung wird sie abschleppen lassen.  Foto: 

Stuttgart - Häufig das gleiche Bild auf dem Campus der Universität Stuttgart-Hohenheim. Autos parken auf Feuerwehrzufahrten und in Brandschutzzonen. Seit langem ist das ein Ärgernis. Bereits vor Monaten hat die Universität angekündigt, Falschparker abschleppen zu lassen. Seit Mittwoch macht sie ernst. Der ganze Spaß ist nicht billig: Um das Auto wiederzubekommen, muss der Parkrowdy künftig rund 220 Euro auf den Tisch legen. Für das Abschleppen beauftragt die Universität ein privates Unternehmen.

Hochschul-Chef Stephan Dabbert bleibt nichts anderes übrig, nachdem alle Appelle ungehört verhallten. "Als Rektor bin ich verantwortlich für die Sicherheit auf dem Gelände der Universität Hohenheim", so Dabbert. Durch wildes Parken könnten gefährliche Situationen entstehen. Rausreden kann sich keiner mehr. Bereits im vergangenen Jahr sind jene Zonen eindeutig gekennzeichnet worden, in denen das Wildparken ein Sicherheitsrisiko darstellt.

1690 Parkplätze gibt es auf dem Campus, wie ein Sprecher mitteilt. Und die reichen nicht aus. Wenn alle Parkplätze belegt, stellen viele ihre Autos auf verbotenem Gelände ab - Mitarbeiter, Studenten und Besucher. Strafzettel mussten sie nicht befürchten. Das Campus-Gelände gilt als Privatgelände, da kontrolliert der städtische Vollzugsdienst nicht. Strafzettel werden lediglich außerhalb verteilt, also an den Rändern des Campus, wie der Sprecher berichtet. Nach Angaben der Stuttgarter Polizei ist sie aber rund um den Campus nicht stärker aktiv als sonst wo im Stadtgebiet.

Da Parkplätze Mangelware sind, will sie die Uni, die am Rande der Landeshauptstadt in Fildernähe liegt, nun besser verwalten. Denn mehr Parkplätze zu schaffen, ist der Uni zumindest auf die Schnelle nicht möglich. In einem kürzlich vorgestellten Masterplan für das Jahr 2030 sind 270 neue Stellplätze in der Nähe des Sportplatzes vorgesehen. Bis dahin ist es noch eine Weile. Damit mehr Hochschulangehörige ohne Auto anreisen, forderte die Universitätsleitung erneut eine bessere Anbindung an den Nahverkehr.

Um die Situation zu entspannen, will die Uni an Bedienstete weniger Berechtigungsscheine für Parkplätze ausgeben sowie gebührenpflichtige Besucherparkplätze und ausreichend Stellplätze für den Lieferverkehr einrichten.

Doch bis auf weiteres wird durchgegriffen. Die Autos der schwarzen Schafe kommen an den Haken und auf einen teuren, gesicherten Parkplatz. Rückgabe nur gegen Bares oder Kreditkarte.

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