Experten machen Schwachstellen der S-Bahn aus

Hauptursachen für die Unpünktlichkeit der S-Bahn sind die Überlastung in der Stammstrecke und der Mischverkehr auf den Gleisen.

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Mit einer Betriebssimulation im Auftrag des Verbands Region Stuttgart haben die DB Netz AG und das Verkehrswissenschaftliche Institut (VWI) an der Uni Stuttgart Schwachstellen im S-Bahn-System ausgemacht. Nach einem Zwischenbericht, den VWI-Professor Ullrich Martin dem Verkehrsausschuss der Verbandsversammlung gab, hat die Unpünktlichkeit der S-Bahn mehrere Ursachen. Einer der Hauptgründe ist die Überlastung der Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße in der Stuttgarter Innenstadt. Die Infrastruktur stößt nach der Studie an einigen Stellen an ihre Leistungsgrenze. In den Spitzenzeiten dauern die Halte wegen des großen Andrangs oft länger als geplant. Das führt zu Verzögerungen und Verspätungen. Bernhard Maier von den Freien Wählern zog daraus den Schluss, dass die Infrastruktur verbessert werden müsse, soll die S-Bahn leistungsfähiger werden.

Ein weiterer Grund für Unregelmäßigkeiten ist nach Aussage der Experten der Mischverkehr. Die S-Bahn muss sich zahlreiche Strecken mit Regional- und Fernzügen teilen. Schon geringe Verspätungen wirken sich dadurch auf das ganze S-Bahn-System aus. Verkehrsdirektor Jürgen Wurmthaler sagte: "Es ist wichtig, die Schwachstellen im S-Bahn-Verkehr zu identifizieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit genau zu kennen."

Die Betriebssimulation soll fortgesetzt werden. Dabei werden die Experten das System auf Grundlage des zukünftigen Fahrplanangebots und der Infrastruktur von Stuttgart 21 virtuell testen. Nach Daten des Landesverkehrsministeriums hat sich die Pünktlichkeit im Landesschienenverkehr in den vergangenen Jahren verschlechtert. Ende 2014 kamen knapp 93 Prozent aller Landeszüge mit weniger als sechs Minuten verspätet an.

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Kommentare

07.02.2016 20:46 Uhr

Auch dieser Beitrag hat mit S21 zu tun

Wenn Sie freundlich wären, ihn deshalb auch der S21-Schwerpunktthemenseite zuzuordnen, liebe SWP-Online-Redaktion. Ich wäre Ihnen ganz arg dankbar täte mich furchtbar freuen!

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06.02.2016 15:13 Uhr

Dilettantische Murksplanung bei Stuttgart 21

Deshalb fordern der Verkehrsclub Deutschland und Pro Bahn den Teilerhalt des Kopfbahnhofs. Dazu eine Leserzuschrift von Paul Stefan Schulze im Forum der StZ:

Die Vorschläge von VCD und Pro Bahn zeigen einmal mehr, dass die Planung von S21 nicht optimal ist: In diesem Zusammenhang erinnere ich an Vorschläge von Prof. Heimerl, die er zur Verbesserung der Gesamtsituation im Raum Stuttgart gemacht hat. Die Gäubahnstrecke, so der Professor, könne längerfristig große Bedeutung erhalten. „Ich bin überzeugt, dass längerfristig die Nutzung von Vaihingen zum Nordbahnhof sinnvoll und notwendig wird.“

In der StZ heißt es weiter: „Längerfristig, so Heimerl, könne die Gäubahn das bereits heute an die Grenze der Belastbarkeit gekommene S-Bahn-System entlasten. Bei Stuttgart 21 werde Vorsorge getroffen für eine S-Bahn-Verbindungskurve von Cannstatt nach Feuerbach, die sogenannte T-Spange. Ein kurzer Tunnel zur Gäubahn brächte das ebenfalls besprochene Nordkreuz. Damit wäre eine zweite S-Bahn-Stammstrecke geschaffen.“

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-heimerl-gaeubahnstrecke-wird-wichtig.0b5bdbc6-1624-4ca3-8fbf-c7c47bb29c5a.html

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Erhaltung wenigstens von Teilen des Kopfbahnhofs sei darauf hingewiesen, dass die Gäubahn auch wie bisher in den Kopfbahnhof führen könnte. Die eben erst ausgehandelte Führung der Gäubahn über den Flughafen wäre dann überflüssig, desgleichen der Umbau der bestehenden S-Bahnhofs am Flughafen. Wer braucht schon den Anschluss der Gäubahn an den Flughafen? Aber das ist leider nur ein nachträgliches Bedauern, das keinen Bezug zur aktuellen Fehlplanung hat.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-verkehrsclub-fordert-teilerhalt-des-kopfbahnhofs.020b69f3-0fd7-4299-85c5-2549d11c9885.html

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06.02.2016 01:50 Uhr

Infrastruktur der S-Bahn wird kaputt gemacht

Ein schlechter Witz. Es ist immer wieder verwunderlich, wie es teure und aufwendige Simulationen für das braucht, was schon lange bekannt ist: Zu kurze Wendezeiten und Mischverkehr verhindern eine pünktliche S-Bahn. Aber ja, mit Stuttgart 21 wird ja alles besser!

Insbesondere auf der S2 und S3 Richtung Fildern, wo durch die vollkommen überflüssige Führung der Gäubahn über den Flughafen eine zusätzliche, irrsinnige Mischverkehrsstrecke geschaffen wird. Aber Professor Ullrich Martin vom VWI Stuttgart, ein Vater des Milliardengrabes S21, dem diese katastrophale Fehlplanung natürlich bekannt ist, schiebt scheinheilig wieder einmal ganz andere Gründe vor.

Zudem muss eine weitere S21-Lüge herhalten. Durch den Bau dieses Wahnsinnsprojektes soll angeblich die S-Bahn-Stammstrecke Hbf-Schwabstraße entlastet werden, weil dadurch die Zuläufe aus Cannstatt und Feuerbach leistungsfähiger würden. Soso! Die Zuläufe sind aber völlig wurscht, denn die eigentliche Verstopfung findet auf der Stammstrecke statt.

Das Problem mit den Mischstrecken ist damit auch nicht gelöst. Im Gegenteil, durch den maßlos überteuerten Tiefbahnhof ohne Nutzen für den S-Bahn-Verkehr werden dringend notwendige Ausbauten blockiert. Zudem entfällt durch S21 die Ausweichstrecke der innerstädtischen Gäubahn als Bypassventil Richtung Vaihingen, wenn die schon jetzt überlastete Stammstrecke blockiert ist und S-Bahnzüge im Kopfbahnhof nicht mehr wenden können.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-einspruch-gegen-filderplaene.f983465f-be4b-48fd-a831-4a28f85fe9fc.html

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