Erstes stationäres Kinder- und Jugendhospiz eröffnet

|
Lange Privatvilla, jetzt ein Kinderhospiz.  Foto: 

Die Umzugskartons sind ausgepackt, in Reih und Glied lehnen sie an der Wand. Das neue stationäre Kinder- und Jugendhospiz in bester Stuttgarter Halbhöhenlage steht vor der Eröffnung. An diesem Wochenende wird die erste Einrichtung ihrer Art im Südwesten mit Tagen der offenen Tür eingeweiht.

Das Hospiz nimmt Kinder und Jugendliche zwischen null und 27 Jahren, die eine lebensverkürzende Diagnose erhalten haben, gemeinsam mit ihren Familien für 28 Tage pro Jahr auf – in akuten Situationen auch länger. Die Patienten kommen also, anders als bei Hospizen für Erwachsene, nicht nur, um ihre letzten Tage dort zu verbringen. Die Kinder und vor allem ihre Angehörigen sollen dort Kraft tanken. Teilweise seien die Eltern rund um die Uhr  eingespannt, erklärt Pflegedienstleiterin Michaela Müller. Ihnen wolle man Auszeiten ermöglichen.

Einzug am 4. Dezember

Statt Klinikatmosphäre wolle man den Betroffenen „eine Heimat“ bieten, erklärt Dekan Eckart Schultz-Berg, Vorsitzender des Hospizausschusses. Trotz des allgegenwärtigen Todes solle es ein „Haus des Lebens“ werden. Die Wittmann-Villa, ein herrschaftlicher Bau im Osten der Stadt, bietet mit Stuckdecken, warmen Holzböden und großen Fensterfronten dafür gute Voraussetzungen. 2012 hatte der Förderverein die Villa für mehr als drei Millionen Euro gekauft und sie an die Evangelische Hospizstiftung Stuttgart übergeben. Zwei Jahre lang wurde das Gebäude saniert, Zeit- und Kostenrahmen wurden laut Kirchenpfleger Hermann Beck eingehalten. Knapp 10,7 Millionen Euro wurden in Umbau und Ausstattung gesteckt. Allein fast 4,2 Millionen kamen über Spenden zusammen. Auch künftig eine wichtige Einnahmequelle: Das erwartete Defizit liegt bei rund 700 000 Euro pro Jahr.

Am 4. Dezember ziehen die ersten Kinder ein, Platz ist für acht Patienten mit ihren Angehörigen. Der Bedarf indes ist höher: Man habe bereits 26 Anfragen von Familien erhalten, berichtet Michaela Müller. Nach Erhebungen gibt es in Baden-Württemberg mehr als 3000 todkranke Kinder, von denen pro Jahr an die 350 sterben.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen