Digitaler Weltenbummler

Mit 18 ging Chris Kattoll das erste Mal auf Reisen. Heute nennt er die Welt sein Zuhause. Das Kleingeld dafür verdient er auf Facebook und Youtube.

|
Ein Schwabe mit Ambitionen: Chris Kattoll in Stuttgart.  Foto: 

Das kleine Delaware ist Amerikas beliebtestes Steuerparadies. Hier hat auch das Unternehmen von Ka Sundance seinen Sitz. Der in Herrenberg im Kreis Böblingen aufgewachsene Unternehmer, der mit bürgerlichen Namen Chris Kattoll heißt, plant, sich "in zwei bis drei Jahren zur Ruhe zu setzen", wie er anlässlich eines Heimatbesuchs berichtet. Dabei ist er gerade erst 40 geworden.

Er verdient offenbar nicht schlecht in seinem Geschäft: Schon früh entdeckte er das Internet für sich und betreibt heute eine Facebookseite, die sich mit Gesundheit und Rohkost beschäftigt. Die Seite habe bis zu 100 Millionen Aufrufe im Monat, sagt der Mann, der ausgebildeter Schreiner ist und Costa Rica als seinen Lebensmittelpunkt angibt.

Der Schwabe, der mit einer Stuttgarterin verheiratet ist und fünf Kinder im Alter von zwei bis 14 Jahren hat, reist seit Jahren mit seiner Familie durch die Welt. Geld verdient der 40-Jährige unter anderem durch seine Youtube-Kanäle und sein Unternehmen, das anderen beibringt, wie man im Internet Geld macht. Rund 500 Menschen seien aktuell bei seiner Business-School angemeldet. Auf den Einwand, dass man sich das auch alles selbst beibringen und im Internet zusammensuchen könne, kontert der Unternehmer ganz lässig: Bei ihm gebe es alles komprimiert.

Der digitale Weltenbummler ist aber nicht von Anfang an so erfolgreich gewesen. Mit 18 reiste er zuerst einmal per Interrail mit dem Zug durch Europa. Seine heutige Frau, deren Eltern in Stuttgart wohnen, lernte er sprichwörtlich am anderen Ende der Welt kennen - während einer Weltreise über Australien nach Neuseeland und Thailand. Der erste Sohn des früheren Punkers kam 2001 in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zur Welt. Zu der Zeit tourte die Familie immer wieder durch die Welt. Schließlich zog es sie im Jahr 2007 nach London. Dort nahm Chris Kattoll mehrere Jobs an, um die Familie durchzubringen.

Im Jahr 2008 folgte dann der Einstieg in das Internetgeschäft. Wie kam Kattoll auf das Thema Rohkost? Ganz einfach: Als sein Sohn erkrankte, musste er dessen Ernährung umstellen. Mit Erfolg. Das Wissen, das sich der 40-Jährige dabei aneignete, stellte er irgendwann ins Netz. Und fand Abnehmer.

2010 Europa kehrte er Europa endgültig den Rücken und siedelte sich in Costa Rica an, "um einen entspannten Lifestyle zu leben". Die Kinder unterrichtet das Paar selbst. Derzeit weilt die Familie für mehrere Wochen in Stuttgart. Das nächste Reiseziel steht aber schon fest: Marokko.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kirchen-Schmierereien waren ein Aufschrei gegen Autoritäten

Drogen, Schulversagen und Probleme im Elternhaus: Das waren die Motive eines 20-Jährigen, der im Frühjahr drei Kirchen im Illertal mit Schriftzügen wie „Heil Satan“ beschmiert hatte. Jetzt geht er in eine Langzeittherapie. weiter lesen