Die Geduldsprobe nähert sich dem Ende

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Die Bauarbeiter legen bei der B 10 letzte Handgriffe an: Die neuen Fahrbahnteiler aus Beton werden eingesetzt.  Foto: 

Zigtausend Pendler sind täglich auf der B 10 zwischen Stuttgart und Esslingen unterwegs oder fahren von der B 14 in Richtung A8. Außerhalb der Ferien sollen es im Schnitt 83 000 Fahrzeuge am Tag sein. Das führt auch ohne zusätzliche Behinderungen im täglichen Berufsverkehr zu Staus. Erst recht, wenn, wie in den vergangenen Monaten, eine umfangreiche Straßensanierung für zusätzliche Engpässe gesorgt hat.

Um die verkehrsärmere Zeit zu nutzen, sollte die vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart gesteuerte Fahrbahnsanierung zwischen dem Dreieck Neckarpark und Esslingen in den Sommerferien über die Bühne gehen. Die Zeit hat allerdings nicht gereicht, auch in den zusätzlichen vier Wochen Extrazeit, die Anfang September angekündigt worden waren, ließen sich die Arbeiten nicht abschließen.

Jetzt zeichnet sich ein Ende der Geduldsprobe ab. Die Baustellen­einrichtungen würden abgebaut, spätestens am Mittwoch gelte wieder die normale Verkehrsführung, kündigt RP-Sprecher  Matthias Kreuzinger an. „Allerdings gilt bis Ende November weiterhin Tempo 60, weil noch Mittelleitplanken fehlen.“

Die Sanierung der insgesamt etwa sieben Kilometer langen Strecke – die ersten Arbeiten haben schon Mitte Juni begonnen – kostet laut Kreuzinger rund 10,5 Millionen Euro. Der RP-Sprecher spricht von einer „relativ großen Maßnahme“, auch wegen den Arbeiten an den Rampen und den Ein- und Ausfahrten. „Die Zufahrt zu den anliegenden Firmen zu gewährleisten war eine Herausforderung für die Logistik.“ Weil zusätzliche Arbeiten an den Schächten, einer Grundwasserwanne und an der Zufahrt zur B 14 angefallen sind, liegen die Kosten um etwa 1,5 Millionen Euro über der Planung.

Auf der Strecke wurde ein sogenannter lärmarmer Asphalt verlegt. Der soll die Anlieger in Wangen und Hedelfingen etwas vom Krach der vielen Autos und Lastwagen entlasten. Ein sogenannter „Flüsterasphalt“ wurde aber nicht verwendet (siehe Infokasten).

Neu ist auch, dass auf einem rund einem Kilometer langen Stück die herkömmlichen Mittelleitplanken durch Trennblöcke aus Beton ersetzt wurden, die nicht in den Boden gerammt werden müssen, sondern in eine Art Fuge eingepasst werden. Diese Trennung der Fahrbahnen wurde gewählt, weil dort im Untergrund verschiedene Versorgungsleitungen und Kanäle liegen. Die Betonblöcke haben aber auch einen Teil der Verzögerung ausgelöst. Kreuzinger: „Da haben einige Stücke nicht gepasst.“

Neue Radarfallen

Die Trennung per Betonblöcken ist zwar schmaler als die bisher begrünten Mittelstreifen. Die Fahrbahnbreite bleibt aber je Richtung bei 10,5 Meter: jeweils 3,5 Meter die Fahrbahnen und die Standspur. Um die gewonnenen Zentimeter werden die Ränder etwas breiter.

Seit Jahr und Tag sorgen vier ältere Radarfallen dafür, dass zwischen Hedelfingen und der Gaisburger Brücke die Höchstgeschwindigkeit halbwegs eingehalten wird. Die Geräte wurden während der Sanierung abgebaut. Potenzielle Schnellfahrer sollten sich aber nicht zu früh freuen. Die Stadt Stuttgart werde dort bald moderne Säulenblitzgeräte aufstellen, kündigt Kreuzinger an.

Verkehrslärm Nicht Flüsterasphalt, sondern lärmarmer Asphalt wurde auf der B 10 eingebaut. Die Wirkung ist laut Regierungspräsidium ähnlich. Der verwendete Belag sei aber nicht so offenporig. Flüsterasphalt verschmutze schneller und sei anfälliger bei Frost.

Ausbau Im Bundesverkehrswegeplan ist der sechsspurige Ausbau der B 10 zwischen Dreieck Neckarpark und Plochingen im „vordringlichen Bedarf“ aufgenommen. Theoretisch könnte also der Ausbau geplant werden. Weil aber im Land viele Projekte im „vordringlichen Bedarf“ sind, müsse das Verkehrsministerium des Landes Prioritäten setzen und festlegen welche Planung Vorrang hat. erläutert Matthias Kreuzinger vom Regierungspräsidium.   

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