Dampfstrahl-Dusche für den Freiherrn

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Nick Heyden säubert das Grabmal.  Foto: 

Nick Heyden hat das Hermannsdenkmal in Detmold gereinigt, auch die Karls- und Hubertus-Kapelle im Aachener Dom. Jetzt steht er in der südlichen Nebenhalle der Stuttgarter Hospitalkirche und richtet den Dampfstrahl auf eine Figur des Grabmals, den die Familie des Obersten Freiherr von Bouwinghausen im 17. Jahrhundert errichten lassen hat.

Auf den Sandstein des fast 400 Jahre alten Kunstwerks mit dem Freiherrn selbst, seinen beiden Frauen und dem auferstandenen Christus hat sich eine dicke Schmutzschicht gelegt. Heyden beseitigt sie zusammen mit seiner Kollegin Helen Winker mit heißem Dampf. „Wir reinigen das Grabmal schonend“, versichert Heyden.

Heydens Arbeitgeber, die Firma Kärcher in Winnenden, macht das kostenlos: Das Unternehmen hat die Hospitalkirche in ihr Kultursponsoring-Programm aufgenommen. Seit 35 Jahren stellt sich Kärcher in den Dienst der Denkmalpflege, was seinem Bekanntheitsgrad und seinem Ruf eher zu- als abträglich ist.

Ab Mittwoch wenden sich Heyden und Winker einem anderen Kunstwerk der Hospitalkirche zu, der Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Hans Seyfer, die im Chor der Kirche steht. Die Gruppe mit Christus am Kreuz, der Muttergottes Maria zu seiner Rechten, dem Jünger Johannes zu seiner Linken und Maria Magdalena zu seinen Füßen stammt aus dem Jahr 1503 und gilt als eines der bedeutendsten Kunstwerke Stuttgarts. Dabei wird Heyden keinen Dampf einsetzen, die Gruppe erhält eine Trockenreinigung.

Derzeit bessert die Restauratorin Eva Herschberger Schäden an der Seyfer-Gruppe aus. Die Golgatha-Szene stand ab 1501 im Friedhof vor dem Chor der Leonhardskirche und war dort der Witterung ausgesetzt. 1895 kam sie zu ihrem Schutz ins Innere der Hospitalkirche, wo sie eingemauert die Bombeneinschläge in den Sakralbau überstand.

Die Arbeit der Restauratorin und der Kärcher-Leute  bedeuten das Ende der Kirchensanierung, die seit Jahren läuft. Wegen der Innensanierung ließ die Kirchenleitung das Gotteshaus im Oktober 2016 schließen, am 5. März ist feierliche Wiedereröffnung.

Bis dahin ist Nick Heyden längst weg. Auf eine der nächsten Aufgaben freut er sich besonders. Es ist die „Mitad del Mundo“ in Ecuador, ein 30 Meter hohes Äquatormonument aus Vulkangestein. Auch der „Mittelpunkt der Erde“ hat eine gründliche Reinigung nötig.

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