Bürger basteln ihre eigenen Feinstaubsensoren

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160 Stuttgarter Bürger messen bereits selbst die Luftqualität vor ihrer Tür. Und es sollen noch mehr werden. Die Initiative „OK Lab Stuttgart“ zeigt Bürgern, wie sie sich ihre eigenen Feinstaub-Sensoren zusammenbasteln können. Steuerberaterin Jeanette Meissner war beim ersten großen Termin am Wochenende in der Stadtbibliothek dabei: „Ich wohne in Stuttgart-Dürrlewang. Dort gibt es keine offiziellen Feinstaubmessstationen. Ich möchte aber wissen, wie hoch die Belastung bei uns ist“, erklärte sie, bevor sie ihr fertiges Gerät einpackte. Es soll zu Hause auf dem Balkon installiert werden und dann in Echtzeit die Werte anzeigen.

Stuttgart misst an acht Stationen die Luftqualität in der Stadt. Ziel der Initiative „OK Lab Stuttgart“, die Teil der Projekte zur Mobilitätskultur der Uni Stuttgart ist, ist es, 300 zusätzliche private Messknoten zu installieren. Die Einkaufsliste für die Teile steht im Internet, wo die Bausätze für rund 33 Euro bestellt werden können. Das Gerät selbst ist in weniger als zehn Minuten zusammengebaut. Ein Laserstrahl erfasst und zählt dabei die verschieden großen Staubpartikel. Dann muss der Sensor an einer Außenwand angebracht werden und über WLAN mit dem Internet verbunden werden. Aus den übermittelten Daten wird die ständig aktualisierte Feinstaubkarte luftdaten.info erstellt, in der man jedes Messgerät einzeln, aber auch die Werte pro Gebiet kumuliert anschauen kann.

Der Esslinger Jan Lutz leitet die Initiative. „Mit unserer Arbeit erhalten wir fundierte Daten, die die Gesamtsituation zeigen und sichtbar machen – auch in den Bereichen außerhalb des immer wieder genannten Neckartors. Unsere Messwerte sind zuverlässig, und durch die vielen Messpunkte erhalten wir genauere Ergebnisse als mit wenigen punktuellen Messungen.“ Umso mehr wundert sich Lutz über das bisher ausbleibende Interesse der Stadt. In Karlsruhe, Ulm und Freiburg, wo ebenfalls solche Workshops stattfanden, seien auch die Bürgermeister anwesend gewesen. Der Anfang in Stuttgart ist dennoch gemacht: Mehr als 150 bastelten am Samstag in der Stadtbibliothek an ihren Sensoren.

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