Betrachtung mit dem Weitwinkel-Objektiv

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Noch prüfen Landesbauverwaltung und Stadt verschiedene Standorte für eine Interimsspielstätte. Da fachen die Sanierung des Opernhauses und die Suche nach dem geeigneten Ausweichquartier eine zusätzliche Debatte an: Im Weitwinkel wird nun die gesamte Kulturmeile rund um die Konrad-Adenauer-Straße betrachtet. Und was rückt in den Blick? Chancen und Notwendigkeiten, dieses prominente Areal städtebaulich aufzuwerten. „Oper und mehr!“ nennt daher die Stuttgarter SPD-Ratsfraktion auffordernd eine Talk­runde, die sie am heutigen Dienstag um 19 Uhr im Glastrakt des Württembergischen Kunstvereins veranstaltet (Anmeldung unter spd.fraktion@stuttgart.de).

Um die Perspektiven für das Opernhaus und das Areal ringsum auszuloten, diskutieren unter anderem Marc-Oliver Hendriks, Geschäftsführender Intendant der Staatstheater, Nils Schmid, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) und Susanne Kletzin, Architek­tin und stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Rathaus.

Die Sozialdemokraten favorisieren statt eines temporären Ausweichprovisoriums den Neubau „eines dringend notwendigen Konzerthauses“, das zunächst von Oper und Ballett bespielt werden könnte. Auf  Nachfrage der SÜDWEST PRESSE betont Intendant Hendriks jedoch: „Unsere Priorität richtet sich darauf, die Sanierung der Oper zu bewältigen und ein adäquates Ausweichquartier zu haben. Alles andere wäre ein Mehrwert, aber wir wollen die Jahre so kurz wie möglich halten.“

Deshalb plädiert Hendriks dafür, das Opernhaus abschnittsweise zu sanieren. „Für das Publikum ist das die verträglichere Lösung.“ Dann müsste der Spielbetrieb nur drei oder vier Jahre außerhalb seiner historischen Heimstätte laufen. Möglich wäre dies mit einem Interimsquartier nahe dem Theater.

Nicht jedoch – wie von der Stadt vorgeschlagen – mit einem Provisorium beim Mercedes-Museum. Dessen Vor- und Nachteile werden derzeit ebenso geprüft wie die des früheren Paketpostamts in der Ehmannstraße. Hendriks sieht die Gefahr, mit einem unattraktiven Spielort in der Peripherie das Publikum zu verlieren. „Wir decken 20 Prozent unserer Kosten über den Kartenverkauf.“

Eine Initiative Stuttgarter Bürger sieht mit der Opernsanierung die Chance, gleich das ganze Viertel neu zu gestalten. Und zwar ohne trennende Verkehrsschneise. Die Bürgerinitiative präsentiert am Donnerstag, 16. Februar, um 19.30 Uhr im Hospitalhof „Eine Vision für Stuttgart: Von der PS-Meile zum lebendigen Kulturviertel.“ Einer der Bürger ist Fernsehjournalist Wieland Backes.

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