"Erotik-Ratgeber der etwas anderen Art"

"Dirty Writing - das Schreiben schamloser Texte" heißt das neueste Buch der Stuttgarterin Ines Witka. Was soll man sich denn darunter vorstellen?

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Nun ja: Es ist ein Schreibratgeber, und zwar einer für erotische Literatur. Die Idee zu dem "Übungs- und Inspirationsbuch" lag für die Stuttgarter Autorin Ines Witka eigentlich nahe. Zum einen ist sie Schreibpädagogin. Vor drei Jahren hat sie an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin ihren Master-Abschluss in Biographischem und Kreativem Schreiben gemacht. In diesem Bereich gibt sie auch Workshops. Zum anderen hat sie sich "schon immer für erotische Themen interessiert".

"Mit meinem Buch kann man sein Schreiben professionalisieren, wenn man das möchte", sagt die Kreativschreiblehrerin. Man kann das Buch aber auch als "Erotik-Ratgeber der etwas anderen Art" betrachten. Witka möchte mit dem Buch auf jeden Fall beides. Denn für sie steht fest: "Man kann nicht erotisch schreiben, wenn man sich nicht erotisch fühlt."

Aufgebaut ist der Ratgeber streng nach dem Alphabet: In 70 meist sehr kurzen Kapiteln geht es von A wie Aphrodisiaka bis Z wie Zeit fürs Schreiben. Dazwischen werden Themen abgehandelt wie bizarre Gedanken, High Heels, Jesus, Masken, Pink, Quickie, Schaukel und Wundermittel gegen Sex- und Schreibstress. Spätestens hier wird klar, dass für die Stuttgarter Schriftstellerin kreatives Schreiben und Erotik durchaus zusammenhängen: "Da gibt es Analogien, die man übertragen kann", sagt sie. "Eine Erregungskurve funktioniert ja so ähnlich wie ein Spannungsbogen."

Jedes Kapitel in Witkas Mitmachbuch endet mit der Aufforderung an die Leser/innen, es doch einfach selbst zu versuchen. "Du bist dran", heißt es dann meist. Schreiben kann man sogar direkt ins Buch. Zwischen den Kapiteln hat Witka dafür immer ein, zwei Seiten leer gelassen. Das gefalle vor allem jungen Frauen, hat sie festgestellt: "Die sagen, cool, das ist ja wie ein Tagebuch." Zu achtzig Prozent wird ihr Buch von Frauen gekauft. Entsprechend setzt sich ihr Publikum bei Lesungen zusammen, bei denen Witka immer versucht, Augenkontakt mit den Zuhörerinnen aufzunehmen. Nie sei sie ihren Lesungen merkwürdig angegangen worden, erzählt sie. "Wichtig ist, dass Erotik nicht der Selbstzweck ist, dass da noch eine Botschaft dazu kommt. Sonst ist es Pornographie."

Inzwischen arbeitet Witka schon an ihrem nächsten Projekt: "Jetzt habe ich tatsächlich vor, einen Roman zu schreiben. Kein Sachbuch wie meine bisherigen Bücher." Das Buch, das im nächsten Frühjahr erscheinen wird, ist - natürlich - ein erotischer Roman.

Das "Du bist dran" ist durchaus ernst gemeint. Witka und Claudia Gehrke, Leiterin des Konkursbuch-Verlags, in dem das Buch erschienen ist, haben einen Schreibwettbewerb zu diesem "Mitmachbuch" initiiert. Bis zum 15. Juli kann man/frau Beiträge einreichen, - eine erotische Kurzgeschichte, eine Glosse oder ähnliches. Mit Aussicht auf Veröffentlichung in einem "Konkursbuch". Und es gibt auch schöne Preise zu gewinnen: Der zweite Preis zum Beispiel ist ein Beckenbodentrainingsset.

Iwww.konkursbuch.com

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