ZUR PERSON: Zupackender Präsident

Nach seiner Wahl zum neuen Staatspräsidenten des Senegals wird Macky Sall unter Beweis stellen müssen, dass er für einen Wandel steht.

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Gilt als pragmatisch: Senegals frisch gewählter Präsident Macky Sall.

Die Mutter Erdnussverkäuferin, der Vater Beamter: Macky Sall, Senegals neu gewählter Präsident, kommt aus bescheidenen Verhältnissen. Er hat sich hochgearbeitet, erst zum Geologen in Senegals Bergbauindustrie, später führte ihn sein Weg in die Politik: Er wurde erst Innenminister seines Landes (2002-2004), dann Ministerpräsident (2004-2007).

Wenn er am 1. April den Amtseid ablegt, wird Sall, geboren am 11. Dezember 1961, der jüngste Präsident in der Geschichte Senegals sein - und der erste, der nach dem Ende der französischen Kolonialherrschaft (1960) geboren wurde.

Zudem ist Sall anders als frühere Präsidenten im Senegal - auch anders als sein politischer Ziehvater und langjähriger Präsident Abdoulaye Wade (85), den er nach der Stichwahl am Sonntag an der Spitze des Landes ablösen wird: Sall wird als ein praktischer, ein zupackender Politiker beschrieben. Einer, der sich nicht mit großen Ideen aufhält.

Beobachter erwarten nun einen neuen Führungsstil. Während sein Vorgänger Wade immer wieder für seine Vorliebe für teure Bauprojekte kritisiert wurde - vom Flughafen bis hin zu einer Bronzestatue, die viele Millionen Dollar gekostet haben soll - verspricht Micky Sall, die Lebenskosten für alle Senegalesen zu senken. So will er das anfällige Stromnetz verbessern und unterentwickelte Regionen fördern, wie Sall am Vorabend der Wahl angekündigt hatte.

Doch Sall muss erst beweisen, dass er für einen Wandel steht, sagt Politikexperte Ali Fari Ndiaye. "Sall hat viel politisches Kapital errungen. Aber die Frage ist jetzt, ob er es weise anwenden kann", sagt Ndiaye. "Seine größte Herausforderung wird sein, Senegals hart erarbeiteten demokratischen Ruf aufrechtzuerhalten."

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Kommentare

29.03.2012 11:26 Uhr

Erwartungen sind sehr hoch

Auf den neuen Präsidenten warten beträchtliche Herausforderungen.Die Erwartungen der Bevölkerung sind sehr hoch. Er muss vor allem die hohen Nahrungsmittelpreise und die die hohe Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, indem er bessere Voraussetzungen für Investitionen schafft. Weniger Arbeitslosigkeit wird die Armut senken. Besonderes Augenmerk will er auf den Kampf gegen Korruption(er hat aber schon signalisiert, dass er die Familie Wade in Ruhe lassen wird) und das Analphabetentum legen. Er hat ferner angekündigt, dass er der Verschwendung der Staatsausgaben Einhalt gebieten will , um mit den freigewordenen Mitteln die Wirtschaft anzukurbeln und in Gesundheit sowie Bildung/Ausbildung zu investieren. Mac hat mit 65,8 % der Wählerstimmen einen hohen Vertrauensvorschuss bekommen , er sollte ihn nutzen. Die Wähler erwarten einen Aufschwung, der allen zu Gute kommt; mag er auch klein und bescheiden anfangen. Volker Seitz, Autor "Afrika wird armregiert"

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