ZUR PERSON: Schwerpunkt Energiewende

Seit bald 100 Tagen ist Peter Altmaier Bundesumweltminister. Die Energiewende beschäftigt das CDU-Schwergewicht rund um die Uhr.

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Eher durchwachsene Bilanz nach 100 Tagen: Peter Altmaier.

Als der Saarländer Peter Altmaier (54) den Rheinländer Norbert Röttgen (47) am 22. Mai im Amt des Umweltministers beerbte, war der Wechsel für die beiden langjährigen Freunde kein einfacher Staatsakt. Röttgen war nach seiner krachenden Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen von Kanzlerin Angela Merkel zum Rückzug aus dem Bundeskabinett gezwungen worden, und Altmaier verbindet mit Röttgen mehr als nur die Zugehörigkeit zur schwarz-grünen "Pizza-Connection" aus Bonner Tagen oder die Mitgliedschaft im überwiegend männlichen "Merkel-Fanclub" der CDU.

Sofort aber stürzte sich der Jurist und Genussmensch von der Saar in seine neue Aufgabe, führte zahllose Gespräche in Berlin und den Ländern, traf Sympathisanten und Gegner der Energiewende. Auf seiner Sommertour durch die Republik produzierte Altmaier schöne Fotos, machte viel Wind um sich und sein Schlüsselprojekt, doch mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Einführung erneuerbarer Energien weiter auf massive Probleme stößt. Dramatisch steigende Strompreise könnten zum Markenzeichen der Energiewende werden und zum Klotz an Altmaiers Beinen.

Am Kommunikationstalent des Hobbykochs, der zu seinem Gewicht von über 141 Kilo steht und zu Gerüchten über seine angebliche Homosexualität die Auskunft verweigert, liegt es sicher nicht, dass der Minister nach gut drei Monaten eine eher durchwachsene Bilanz vorzuweisen hat. So blieb er bisher den All-Parteien-Konsens zur Suche nach einem Atommüll-Endlager ebenso schuldig wie den Durchbruch im Bund-Länder-Streit um die Gebäudesanierung. Aber noch ist es zu früh, den so hoch gelobten Altmaier schon scheitern zu sehen wie seinen Vorgänger Röttgen.

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