ZUR PERSON: Kampf ums Überleben

Ungarn ist ein schwieriges Land geworden für Journalisten. Kritik wird leicht mit Verrat gleichgesetzt. Das spürt auch der Radiomann Peter Zentai.

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Der Journalist Peter Zentai kämpft um das Überleben des Klubradios in Budapest.

Als Reporter hat Peter Zentai viele Länder der Welt gesehen. Aus Kriegs- und Krisengebieten des Mittleren Ostens hat der Ungar noch vor der demokratischen Wende Reportagen geliefert. "Wo es Spannungen gab, hat man mich hingeschickt." Nach der Wende berichtete er dann jahrelang aus Washington und Berlin. An Professionalität mangelt es dem mit dem ungarischen Pulitzerpreis ausgezeichneten Radiomann ganz sicher nicht. Und doch wird ihm gerade auf diesem Feld das Wasser abgegraben.

Peter Zentai arbeitet für das ungarische Klubradio, einen relativ kleinen Sender, der aber Stimme der Menschen sein will. "Wenn Sie die Bürger nach ihrer Meinung fragen, hören Sie natürlich auch Kritik": Kritik über die Regierung, über den Umbau des ungarischen Staates, über die wirtschaftliche Entwicklung. Und genau diese Kritik, will die rechtskonservative Regierung nicht hören.

Für das Klubradio bedeutet das jetzt möglicherweise das endgültige Aus. Wegen Formfehlern schloss die regierungsnahe ungarische Medienbehörde den Sender jetzt von der Bewerbung um Frequenzen aus. Der Grund: Die Antragsteller haben im Bewerbungsschreiben die leeren Rückseiten der beschrifteten Seiten nicht mit Unterschrift versehen, so wie das neuerdings gewünscht wird. Damit läuft die Sendeberechtigung möglicherweise am 7. August aus. "Wir kämpfen ums Überleben", sagt Zentai.

Auch wirtschaftlich steht der Sender am Rand: Obwohl sich seine Zuhörerschaft in den vergangenen zwei Jahren deutlich erhöht hat, brachen - entgegen des Trends - die Werbeeinnahmen ein. "Viele sagen, das habe wirtschaftliche Gründe. Andere meinen, dabei geht es um Politik", sagt Peter Zentai. In Ungarn ist man vorsichtig geworden.

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