Zur Person: Geschenk für Gülen

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Matt Smith  Foto: 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will flüchtigen Putsch-Verdächtigen die Staatsbürgerschaft entziehen. Betroffen ist auch sein Widersacher Fethullah Gülen. Aber was eine Strafe sein soll, könnte für Gülen ein Geschenk werden.

Der islamische Prediger Fethullah Gülen lebt in Saylorsburg, einem 1100-Einwohner-Ort im US-Bundesstaat Pennsylvania. Von hier aus steuert er ein weltweites Netzwerk aus Stiftungen, Bildungseinrichtungen und Medien. Die Residenz des Geistlichen, ein ehemaliges Landschulheim, ist gut gesichert. Denn Gülen hat einen mächtigen Feind: Staatschef Erdogan sieht in ihm den Drahtzieher des Putschversuchs vom 15. Juli 2016, hat die Gülen-Bewegung zur Terrororganisation erklärt und fordert von den USA die Auslieferung des 76-Jährigen.

Bisher waren diese Bemühungen ergebnislos und sie könnten sich nun weiter verschlechtern. Im Juni forderte die türkische Regierung die Rückkehr von 130 mutmaßlichen Putsch-Verdächtigen, die sich im Ausland aufhalten. Sie sollen sich in ihrer Heimat der Justiz stellen. Wer nicht zurückkehrt, soll die türkische Staatsangehörigkeit verlieren: „Man wird sich an sie nicht länger als Bürger dieses Landes erinnern.“ Die Frist ist am 5. September abgelaufen. Ganz oben steht Gülen. Gegen ihn wird derzeit in Abwesenheit vor mehreren türkischen Gerichten verhandelt. Die Staatsanwälte haben 3623 Mal lebenslange Haft beantragt.

Gülen ging 1999 aus der Türkei in die USA, um einer Verhaftung wegen islamistischer Umtriebe zu entgehen. Er hat eine lebenslange Aufenthaltsgenehmigung. Verliert er die türkische Staatsbürgerschaft, könnte er die Einbürgerung in den USA beantragen. Damit würde seine Auslieferung an die Türkei noch unwahrscheinlicher.

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