ZUR PERSON: Ein UN-Fan für die Westsahara

Wolfgang Weisbrod-Weber ist "true blue", durch und durch UN-blau. Er übernimmt einen Spitzenposten in den Vereinten Nationen - und einen Konflikt.

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Wolfgang Weisbrod-Weber ist der neue UN-Sondergesandte für die Westsahara.

Die Dienstorte von Wolfgang Weisbrod-Weber sind untypisch für einen Deutschen: Bosnien, der Nahe Osten, Namibia, Afghanistan, Osttimor - und oft New York. Denn der Hanauer ist, wie er sagt, "true blue", durch und durch UN-blau: Er ist zu einem der höchsten Repräsentanten der Vereinten Nationen aufgestiegen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat ihn zum Sondergesandten für die Westsahara ernannt.

In den UN gibt es klare Hierarchien. Ganz oben steht Ban, es folgen Untergeneralsekretäre, dann Sondergesandte, also Missionschefs in Haiti, Afghanistan. Oder eben der Westsahara. Marokko beansprucht das Gebiet, eine spanische Ex-Kolonie, für sich. Die sozialistische Frente Polisario kämpfte dagegen, bis für 1991 ein Referendum vereinbart wurde - auf das die 500 000 Einwohner noch heute warten. Ein versteinerter Konflikt.

Weisbrod-Weber denkt nicht, dass er das Referendum rasch durchdrücken kann. Die Fronten seien verhärtet. Es bleibe Hauptaufgabe der UN, den Frieden zu wahren, allen Volksgruppen, Stämmen, Religionen gerecht zu werden. Gut, dass der 57-Jährige Fachmann für "multidimensionale Konflikte" ist.

Seit fast 30 Jahren ist Weisbrod-Weber bei den UN. Statt militärischer Erfahrung brachte er einen Doktor der Philosophie mit, arbeitete sich in Konfliktherde ein und war persönlich oder vom Hauptquartier in New York immer da, wo geschossen wurde - oder es verhindert werden sollte. Zuletzt in Syrien.

Weisbrod-Weber ist UN-Fan: "Natürlich gibt es viel Bürokratie. Aber die Erfolge der UN sind doch enorm." Er rät jungen Menschen, in den UN zu arbeiten. Auch wenn die drei Kinder sich anders entschieden haben. Seine Frau sagte zum neuen Job nur: "Dann gehen wir zwei eben noch einmal ein Abenteuer ein."

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