ZUR PERSON: Durchstarter mit Enkel-Bonus

Stephan Werhahn, Enkel von Uralt-Kanzler Konrad Adenauer (CDU), ist das Zugpferd der Freien Wähler für die Bundestagswahl im Herbst 2013.

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Verfolgt einen EU-kritischen Kurs: Stefan Werhahn, Enkel von Konrad Adenauer.

Für Hubert Aiwanger, den Chef der "Freie Wähler", ist der Mann ein Geschenk des Himmels. 40 Jahre lang hielt Stephan Werhahn der Partei seines Großvaters Konrad Adenauer die Treue, dann trat er aus der CDU aus, schloss sich im Juni den Freien Wählern an und wurde auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Wolfsburg gleich mit 99 Prozent zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bestimmt. Aiwanger: "Das Persönlichkeitsprofil von Stephan Werhahn passt genau zu uns."

Der 59-jährige Jurist und Ökonom aus dem Rheinland kann sich nicht nur auf einen bekannten Familienstammbaum berufen, sondern blickt auch auf eine beeindruckende Laufbahn als Finanz- und Wirtschaftsmanager zurück. Werhahn hat für die Weltbank in Washington gearbeitet, für die Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart und den Immobilienriesen GSW in Berlin. Er kennt sich in der Investmentbranche ebenso aus wie im Schiffsbau und Logistikgeschäft.

Dass er der CDU den Rücken kehrte, hat mit seiner Haltung zu Europa zu tun: "Ich bin leidenschaftlicher Europäer, aber ein überzeugter Gegner der milliardenschweren Euro-Rettungspakete." Im Fall von Griechenland plädiert er für einen "Neustart": Ein Schuldenschnitt für Athen sei nötig, damit das Land "außerhalb des Euro-Raums mit einer Parallelwährung wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt".

Die EU, so Werhahns Credo, müsse ein Bund souveräner Staaten sein, in dem "jeder für sich selbst verantwortlich ist". Dem "Brüsseler Zentralismus" will der Hobby-Cellist mehr Bürgerbeteiligung und die Stärkung der kommunalen Basis entgegensetzen: "Die Menschen haben die Nase voll von Politiker-Kauderwelsch und Taktiererei. Sie wollen, dass politische Entscheidungen leichter verständlich sind."

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