Zur Person: "König Giorgio" dankt ab

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In Italien wird er respektvoll "Re Giorgio" genannt, "König Giorgio". Der 89-jährige Giorgio Napolitano war in den vergangenen Jahren die Schlüsselfigur in der italienischen Politik. Er steuerte das Land in seiner achteinhalbjährigen Amtszeit als Staatspräsident durch vier turbulente Regierungswechsel und durch die Finanzkrise 2011, die Europas drittgrößte Volkswirtschaft fast in den Abgrund gerissen hätte. Auch im Ausland ist der europafreundliche Napolitano äußerst angesehen.

Im Mai 2006 trat mit Napolitano erstmals ein Ex-Kommunist das höchste Staatsamt an. Die schwerste Regierungskrise musste der studierte Jurist 2011 managen, als der damalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi nach einer Reihe von Steuer- und Sex-Skandalen unhaltbar wurde. Napolitano setzte Mario Monti als Regierungschef ein. Das brachte ihm die Kritik ein, er reiße die Macht an sich und habe die Kompetenzen eines Präsidenten überschritten.

In den vergangenen Monaten sah man Europas ältestem Staatschef die Anstrengungen an, Napolitano wurde zusehends emotionaler. Schon bei seiner Wiederwahl 2013 hatte er angekündigt, das Amt nicht mehr lange auszuführen.

Geboren in Neapel in gutbürgerlichen Verhältnissen, schloss er sich mit 17 Jahren dem Widerstand gegen den faschistischen Diktator Benito Mussolini an. Nachdem er 1945 der Kommunistischen Partei Italiens beigetreten war, wurde er 1953 zum Abgeordneten gewählt. Napolitano hat im Laufe seines langen politischen Lebens wichtige Ämter im Parlament bekleidet, so als Präsident der Abgeordnetenkammer (1992-1994) und als Innenminister in der ersten Regierung von Romano Prodi.

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