Zahl der Toten nach Angriff auf deutsches Konsulat in Afghanistan gestiegen

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Toten nach Angriff auf deutsches Konsulat in Afghanistan  Foto: 

Nach Angaben von Ärzten vom Freitag wurden sechs Leichen in die Krankenhäuser der Stadt gebracht, darunter waren auch zwei Opfer, die durch Schüsse starben. Demnach wurden mindestens 128 weitere Menschen verletzt.

Der stellvertretende Polizeichef Abdul Rasak Kadri sprach von sieben getöteten afghanischen Zivilisten. Unter ihnen seien zwei Motorradfahrer, die von deutschen Einsatzkräften in der Nähe des Konsulats erschossen worden seien, nachdem sie sich geweigert hätten anzuhalten. Ob es sich bei ihnen auch um mögliche Angreifer handelte, blieb zunächst offen.

Kadris Angaben zufolge gab es am Freitagmorgen auch eine Festnahme in der Nähe der diplomatischen Vertretung. Das deutsche Konsulat war am Donnerstagabend zum Ziel eines Sprengstoffanschlags geworden. Nach Angaben der Polizei rammte ein Selbstmordattentäter einen mit Sprengstoff beladenen Lkw gegen die Mauer des Konsulats und löste damit eine massive Explosion aus.

Danach lieferten sich bewaffnete Angreifer auf dem Gelände Kämpfe mit Sicherheitskräften. Das Gebäude wurde schwer beschädigt. Deutsche wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

Der Afghanistankonflikt

Oktober 2001: Der US-geführte Angriff beginnt. Zuvor hatten die Taliban die Auslieferung des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September in den USA, des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden, verweigert.

November 2001: Die Taliban werden aus der Hauptstadt Kabul und einen Monat später aus ihrer letzten Hochburg Kandahar vertrieben. Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar und Bin Laden entkommen.

Januar 2002: Soldaten der internationalen Afghanistantruppe Isaf beginnen unter britischem Kommando ihren Einsatz in Kabul. 2003 übernimmt die Nato das Kommando.

Februar 2003: Deutschland übernimmt gemeinsam mit den Niederlanden die Führung der Isaf.

Oktober 2004: Erste freie Präsidentenwahl: Hamid Karsai gewinnt die absolute Mehrheit, im Dezember wird er vereidigt.

September 2009: Von der Bundeswehr angeforderte Nato-Flugzeuge bombardieren zwei von Taliban gekaperte Tanklaster. Bilanz: rund 100 Tote, darunter viele Zivilisten.

Mai 2011: US-Spezialkräfte töten Bin Laden im benachbarten Pakistan.

Juli 2011: Die Übergabe der Verantwortung von der Nato an die afghanischen Sicherheitskräfte beginnt.

Oktober 2013: Die Bundeswehr zieht aus Kundus ab.

September 2014: Der frühere Finanzminister Aschraf Ghani wir als neuer Präsident und Nachfolger Karsais vereidigt.

Dezember 2014: Der Isaf-Einsatz ist offiziell zu Ende. Auftrag der Nato ist es nun, die afghanischen Sicherheitskräfte zu beraten und auszubilden.

Ab Januar 2015: Die Taliban, die schon seit etwa 2006 wieder auf dem Vormarsch waren, intensivieren ihre Angriffe auf Bezirke und Städte. Auch die Provinzhauptstadt Kundus gerät zeitweise unter die Kontrolle der Taliban.

Im Herbst 2016 heißt es in einem Bericht an den US-Kongress, die Regierung beherrsche nur noch 65 Prozent des Landes.

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