Wirbelsturm behindert Parteitag

Ein schwerer Tropensturm macht dem US-Republikaner Mitt Romney einen Strich durch die Rechnung. Sein Wahlparteitag in Tampa in Florida muss einen Tag später anfangen. Das hat ihm gerade noch gefehlt.

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Ein Bild des Wettersatelliten: Isaac (rot) rast auf Tampa im US-Bundesstaat Florida (Mitte links) zu. Foto: afp

Mitt Romneys feierliches Krönungsritual in Tampa, Florida könnte buchstäblich ins Wasser fallen. Nach den jüngsten Wettervorhersagen wird der Tropensturm Isaac in Tampa und weiten Teilen Floridas zu Überschwemmungen, Stromausfällen und einem heillosen Verkehrschaos führen. Den Republikanern und ihrem Hoffnungsträger Romney droht ein logistisches Debakel sowie ein politischer Albtraum.

Parteichef Reince Priebus kündigte an, dass das Republikanische Nationalkomitee den Beginn des Parteikonvents auf Dienstagabend verschieben wird. Zuvor hatte Floridas Gouverneur Rick Scott den Notstand ausgerufen und seine Teilnahme abgesagt. "Meine vorrangige Aufgabe ist es, für die Sicherheit der Floridianer sowie unserer Gäste zu sorgen" sagte Scott.

Schlimmer hätte es für die Republikaner kaum kommen können. Das sonst sonnige Florida sollte eigentlich jenen Optimismus verkörpern, den Romneys Wahlslogan "Restauriert unsere Zukunft" ausstrahlt. Nun drohen Sorgen um die Sicherheit der Teilnehmer die Debatte um Amerikas Zukunft, die Arbeitslosigkeit und Alternativen zu Präsident Obamas Wirtschaftspolitik aus den Schlagzeilen zu verdrängen. Zudem sollte der Auftritt dort, Romneys Siegeschancen in Florida verbessern, dessen Elektorenstimmen vor zwölf Jahren in einem knappen Duell George W. Bush den Sieg über den Demokraten Al Gore beschert hatten.

Die Parteibosse wollen nun neben Romneys formaler Nominierung sicherstellen, dass wenigstens die wichtigsten Starredner während der abendlichen Prime Time zum Zuge kommen. Auftreten sollen die früheren Präsidentschaftskandidaten Rick Santorum und John McCain sowie die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice.

Die größte Herausforderung bei der Rumpfveranstaltung in Tampa dürfte für Romney die Gratwanderung zwischen einem politisch moderaten Kurs sein, mit dem er unschlüssige Wechselwähler gewinnen kann - und jenem Konservativismus, den sein Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan verkörpert und der ihm die Sympathien der rechtsgerichteten Tea Party bringen würde. Nach Ansicht politischer Beobachter ist der dynamische Ryan bereits auf dem besten Weg, Romney auf seine Linie einzuschwören. Schließlich hat sich der Spitzenkandidat bereits zu Ryans Haushaltsplan, dem umstrittenen "Path to Prosperity" bekannt, der massive Ausgabenstreichungen, die Aufhebung der gesetzlichen Krankenversorgung sowie umfangreiche Steuernachlässe vorschreibt.

Verpflichtet sich Romney dem konservativen Parteiflügel, leistet er Vorarbeit für Obama. Der Präsident wird in der darauffolgenden Woche beim demokratischen Parteikonvent als Vorkämpfer für die Mittelklasse auftreten und hätte damit gute Chancen, unentschlossene Wähler der Mitte zu mobilisieren.

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