Wir schaffen alles

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In dieser Woche strömten die Wichtigen und Schönen von Berlin nach Hamburg. Dort galt es ein einst verhöhntes Gebäude einzuweihen, in dem offensichtlich der versprochene, fast perfekte Genuss beim Anhören von Musikwerken erlebbare Wirklichkeit wird. Wenn auch zum Zehnfachen des veranschlagten Preises,  worauf der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Elbphilharmonie-Rede hinwies. Aber alles in allem verbreitet doch die Einweihung das Gefühl: Mag es auch dauern, irgendwie schaffen wir alles. Selbst die Erbauer des Berliner Großflughafens BER schöpfen neuen Mut.

Auch im Bund wird das klassische Merkel-Motto („Wir schaffen das“) umgesetzt.  So verkündete  Innenminister Thomas de Maizière, wie sehr die staatlichen Institutionen die Flüchtlingsfrage im Griff haben. Schlappe 280 000 Menschen kamen 2016 nach Deutschland: Wenn die Regierung will, ist sie irgendwann auch wieder handlungsfähig. Und auf manchen Gebieten hat sie ihre Handlungsfähigkeit nie verloren. Denken wir nur an die Gleichstellungspolitik. Jetzt gab es schon wieder einen Vorstoß der Familienministerin Manuela Schwesig. Dieses Mal geht es um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Wenn der Betrieb mehr als 200 Beschäftigte hat,  dann gibt es nicht automatisch Lohngleichheit, aber immerhin ein Auskunftsrecht. Wenn das so weitergeht, wird irgendwann nach Leistung bezahlt. Nicht nach Alter oder Nähe zum Chef. Nein, das Letzte war nur Spaß.

Apropos. Wo bleibt der eigentlich in der deutschen Politik? Die Amerikaner bekommen einen Präsidenten, der so unterhaltend ist, wie ein ganzes Ensemble von Marx-Brothers. Stellen Sie sich vor, die Kanzlerin würde einem Reporter sagen: „Du darfst hier nix fragen. Du bist ein Lügenbold“ oder: „Wir bauen eine Mauer an der polnischen Grenze und die Polen müssen sie bezahlen.“ Wir würden voller Heiterkeit niemals wieder jemanden anderen wählen, als Angela Merkel. Aber so etwas gibt es nur im „Bald-wieder-großen-Amerika“. Ach was haben es die Amis gut.

André Bochow

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