Wenig Geld, viel zu lachen

Auch mit leerem Geldbeutel hat man noch gut lachen. Das zumindest hat eine neue Studie zum Thema Glücklichsein herausgefunden.

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Der Eindruck vom frustrierten, vom Leben enttäuschten Niedriglöhner, der viel schuftet und trotzdem kaum über die Runden kommt, und daher nichts zu lachen hat, muss wohl korrigiert werden. Zumindest, wenn man der aktuellen "Happiness-Studie" von Coca-Cola Glauben schenken mag.

Denn die hat herausgefunden, dass 60 Prozent der Deutschen mit geringem Einkommen, genauer gesagt mit weniger als 1000 Euro netto im Monat, oft oder sehr oft lachen. Das mag erstaunlich klingen. Und selbst Arbeitslosigkeit oder ein schwerer Schicksalsschlag hält 58 beziehungsweise 57 Prozent nicht vom Lachen ab, besagt die Studie.

"Das ist eine positive Überraschung ", gibt Silva Eddicks, Mitarbeiterin an der Studie, zu. "Das zeigt, dass lebensfrohe Menschen auch in schwierigen Situationen besonders stark bleiben, die richtige Strategie verfolgen und lachen."

Stefan Bergheim hingegen, Ökonom und Fortschrittsforscher, hat das Ergebnis ganz und gar nicht verwundert: "Egal in welchen materiellen Umständen man sich befindet, ist Lachen zutiefst menschlich." Auch Arbeitslose würden ihren Tag schließlich so gestalten, dass sie relativ glücklich damit seien. Allerdings räumt der Forscher ein: Die langfristige Lebenszufriedenheit sei eingeschränkt. "Sobald man sich die schlechte finanzielle Situation ständig vor Augen führt, ist die Stimmung natürlich im Keller." Aber auch dort lässt sich bekanntermaßen ja lachen.

Selbst die Effekte für den Körper sind beim Lachen nicht zu verachten: Wir bewegen dabei rund 80 Muskeln, der Körper wird in einen positiven Stresszustand versetzt. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Mehr Sauerstoff erreicht die Lunge. Daher rät der Experte: Lachen Sie soviel wie möglich. Zudem lenke Lachen ab, diene in gewisser Weise als Selbstschutz. "Ein Mensch, der gar nicht lacht, das ist eine absolute Katastrophe", sagt Bergheim. Die wirklich witzigen Situationen sind ohnehin nicht bezahlbar. Geld ermöglicht zwar teurere Genüsse - ob die ulkiger sind, ist aber eine andere Frage. Im Grunde haben wir es ja längst gewusst: Geld alleine macht auch nicht glücklich.

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