Von der Wachsrolle zur digitalen Aufnahme

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Die ersten Audioaufnahmen machte Thomas Alva Edison 1877. Eine Nadel ritzte die Impulse, die der Schall auf einer dünnen Membran hervorrief, in eine Wachsrolle, später in ein Staniolblatt. Ein mechanisches Verfahren, dessen Grundzüge auch bei den frühen Schallplattenaufnahmen beibehalten wurde.

Die ersten Schallplatten wurden noch mit diesem Verfahren aufgenommen. Der Nachteil: Nachträgliche Korrekturen waren nicht möglich. Alles musste unter Live-Bedingungen eingespielt werden. Das galt auch für die Aufnahmen, die nach Erfindung der Verstärker-Röhre via Mikrophon von Mitte der 20er Jahre an gemacht wurden und direkt in eine Masterplatte geschnitten wurden.

1935 stellte die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) das erste Tonbandgerät vor. 1954 entwickelte der amerikanische Gitarrist Les Paul den ersten Mehrspurkopf. Damit ließen sich nacheinander mehrere Spuren parallel aufnehmen. Diese Technik revolutionierte auch die Musik: Plötzlich konnte ein Musiker mehrere Spuren zu einer Aufnahme beisteuern, ein Solosänger auch die zweite Stimme mit übernehmen. Eine Technik, Overdubs genannt, ohne die auch viele Aufnahmen der Beatles undenkbar wären. Ein Großteil der Beatles-Alben wurden mit Vierspur-Technik produziert. Das Album "Tubular Bells" spielte Mike Oldfield Ende der 70er Jahre im Alleingang auf einem Achtspur-Tonband ein. Das erste millionenfach verkaufte Homerecording-Album der Popgeschichte.

Diese analogen Mehrspur-Maschinen waren teuer. Der Preis für professionelle Bandmaschinen mit 24 Spuren lag noch Mitte der 80er Jahre bei rund 100 000 D-Mark. Und dazu kamen noch Mischpulte und Effektgeräte. Allein die technische Ausstattung eines professionellen Studios erreichte schnell die Summe einer Viertelmillion Euro. Eine Stunde in einem professionellen Studio kostete damals rund 300 Mark.

Mit der Verbreitung leistungsstarker Rechner und hochauflösender Soundkarten purzelten die Preise. Heute lässt sich ein Homestudio schon für wenige hundert Euro einrichten.

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