Valls nach Kirchenangriff: Justiz hat versagt

Die Terroristen, die eine Kirche in Nordfrankreich attackiert haben, waren beide den Sicherheitsbehörden bekannt. Premierminister Valls räumt ein Versagen der Justizbehörden ein.

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Nach dem islamistischen Anschlag auf eine Kirche in Nordfrankreich hat es eine weitere Festnahme gegeben. In einem Asylbewerberheim wurde ein Syrer festgenommen, verlautete aus Ermittlerkreisen. Im Haus eines der Angreifer sei nach dem Anschlag die Kopie eines syrischen Passes gefunden worden, hieß es zur Begründung. Geprüft werde, ob der Pass dem Flüchtling gehöre. Auch zwei weitere Verdächtige sind in Polizeigewahrsam

Premierminister Manuel Valls räumte indes „Versagen“ der Justizbehörden ein. Dass Richter einen der beiden Attentäter mit einer elektronischen Fußfessel in den Hausarrest entlassen hätten, sei ein Fehler gewesen – „das sollten wir anerkennen“, sagte Valls. Die beteiligten Richter dürften aber „nicht für diesen Terroranschlag verantwortlich gemacht werden“. Trotzdem müssten die Justizbehörden ihren Umgang mit mutmaßlichen Dschihadisten ändern und künftig „von Fall zu Fall“ entscheiden, forderte er.

Beide Angreifer waren den französischen Behörden bekannt. Einer, der 19-jährige Adel Kermiche, war wegen fehlgeschlagener Syrien-Reisen in Untersuchungshaft genommen worden. Er wurde aber im März mit der Fußfessel in den Hausarrest entlassen. Kermiche und der ebenfalls 19-jährige Abdel Malik Petitjean hatten in der Kirche einen 86-jährigen Priester getötet und einen Besucher schwer verletzt. Sie wurden von Polizisten erschossen.

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