USA: Rebellen wohl für Boeing-Abschuss verantwortlich

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  • Paul Gubarev (3. v.l.), der selbsternannte prorussische Gouverneur der Region Donezk, an der Absturzstelle. Foto: Anastasia Vlasova 1/9
    Paul Gubarev (3. v.l.), der selbsternannte prorussische Gouverneur der Region Donezk, an der Absturzstelle. Foto: Anastasia Vlasova
  • Das russische Raketensystem "Buk" kann Flugzeuge in bis zu 24 Kilometern Höhe treffen. Foto: Yuri Kochetkov 2/9
    Das russische Raketensystem "Buk" kann Flugzeuge in bis zu 24 Kilometern Höhe treffen. Foto: Yuri Kochetkov
  • Trümmer am Absturzort. Foto: Zurab Dzhavakhadze 3/9
    Trümmer am Absturzort. Foto: Zurab Dzhavakhadze
  • Rettungskräfte am Wrack des Flugzeugs. Die Trümmer liegen in großem Umkreis verteilt. Foto: Alyona Zykina 4/9
    Rettungskräfte am Wrack des Flugzeugs. Die Trümmer liegen in großem Umkreis verteilt. Foto: Alyona Zykina
  • Menschen legen vor der niederländischen Botschaft Blumen nieder, in Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine. Foto: Roman Pilipey 5/9
    Menschen legen vor der niederländischen Botschaft Blumen nieder, in Gedenken an die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine. Foto: Roman Pilipey
  • Eine russische Tupolev 214 das Raketen-Flugabwehrsystem Buk-M2 bei einer Luftfahrtausstellung in Moskau. Foto: Maxim Shipenkov 6/9
    Eine russische Tupolev 214 das Raketen-Flugabwehrsystem Buk-M2 bei einer Luftfahrtausstellung in Moskau. Foto: Maxim Shipenkov
  • Große trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine. Foto: Ahmad Yusni 7/9
    Große trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine. Foto: Ahmad Yusni
  • Flug MH 017 startet in Amsterdam. Die Maschine stürzte später über der Ostukraine ab. Foto: Fred Neeleman 8/9
    Flug MH 017 startet in Amsterdam. Die Maschine stürzte später über der Ostukraine ab. Foto: Fred Neeleman
  • Wrackteile der abgestürzten Maschine liegen auf einem Feld in der Region Donezk. Foto: Alyona Zykina 9/9
    Wrackteile der abgestürzten Maschine liegen auf einem Feld in der Region Donezk. Foto: Alyona Zykina
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Die Regierung in Moskau wies alle Vorwürfe zurück - und machte ihrerseits die ukrainische Führung mitverantwortlich. Alle 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder der Malaysia- Airlines-Boeing waren am Donnerstag bei dem Absturz ums Leben gekommen. An Bord waren unter anderen 189 Niederländer und 4 Deutsche. Alle betroffenen Länder sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordern eine unabhängige Untersuchung. Prorussische Separatisten verwehrten internationalen Beobachtern am Abend jedoch den vollständigen Zugang zur Absturzstelle.

Obama sagte, die Boden-Luft-Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei aus einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet abgefeuert worden. "Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist", räumte Obama ein. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass ein Flugzeug von den Aufständischen abgeschossen worden sei. "Das war kein Unfall. Das passiert wegen russischer Unterstützung." Ohne diese sei es den Separatisten nicht möglich, "so zu funktionieren, wie sie funktionieren".

Direkte Anschuldigungen gegen Kremlchef Wladimir Putin vermied Obama. Man dürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen. Angesichts der Tragödie riefen Obama und Putin die Konfliktparteien in der Ukraine zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Obama bezeichnete den Vorfall auch als "Weckruf" für Europa und die Welt. Er forderte Russland erneut auf, endlich für Frieden in der Ukraine zu sorgen.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, hatte eine Verstrickung Russlands in den Abschuss von Flug MH017 angedeutet. "Wir können nicht ausschließen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat", sagte sie bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Russland wies die Vorwürfe zurück. "Wir verweisen alle Schuld an die Regierung in Kiew", sagte Moskaus UN-Botschafter Vitali Tschurkin.

Die Boeing 777-200 kann nach Ansicht von US-Experten nur von einer hoch komplexen Waffe getroffen worden sein. Wie die Zeitung "Wall Street Journal" schrieb, reichten tragbare Raketen, die von der Schulter abgefeuert werden, nicht aus, ein Verkehrsflugzeug in 10 000 Metern Höhe zu treffen.

Das in den 1980er-Jahren entwickelte Lenkwaffen-System "Buk" (Buche) kann Ziele in Höhen bis zu 25 000 Metern treffen. In Medienberichten hieß es, die Separatisten seien im Besitz der Waffe. Die prowestliche Führung der Ukraine wies dies zurück. Aus Sicht Kiews führt die Spur deshalb nach Russland. Aus Moskau kam umgehend das Dementi. Russland habe weder das Flugabwehrsystem noch sonstiges Kriegsgerät in das Nachbarland geschafft, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Aufklärung könnte eine unabhängige Untersuchung schaffen. Doch nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) konnten sich die Beobachter zunächst nicht uneingeschränkt bewegen. Sie sollten über die Situation vor Ort berichten und wollten dies an diesem Samstag erneut versuchen. Die OSZE forderte, es dürften keine Gegenstände oder Trümmer vom Unglücksort entfernt werden. Wie ein Sprecher der regierungstreuen Gebietsverwaltung von Donezk mitteilte, wurden am Freitag zwei Flugschreiber sichergestellt. Es blieb aber unklar, wo sich die Geräte befinden.

Berichte, wonach die etwa 20 OSZE-Vertreter beschossen worden seien, dementierte die Organisation. In der Nähe der Gruppe seien Schüsse abgefeuert worden, hieß es lediglich.

Deutschland beteiligt sich an einem Einsatz zur Bergung und Identifizierung der Opfer. Das Bundeskriminalamt wird dazu zunächst zwei Experten entsenden. Auch die internationale Polizeiorganisation Interpol schickt nach eigenen Angaben ein Spezialteam.

Nach Angaben des Innenministeriums in Kiew wurden die sterblichen Überreste der Passagiere nach Charkow gebracht. In der etwa 300 Kilometer von der Absturzstelle entfernten Stadt werde ein Labor zur Identifizierung eingerichtet, hieß es. Separatisten wiederum kündigten an, die Leichen würden in Mariupol identifiziert.

An den internationalen Märkten sorgte der Absturz für weitere Nervosität. An den wichtigsten Börsenplätzen ging es am Freitag auf Talfahrt, die Ölpreise stiegen. Die Unsicherheit auch mit Blick auf die Bodenoffensive Israels im Gazastreifen verstärkt nach Ansicht von Marktexperten die Nervosität der Investoren.

Abseits der Entwicklung um den Flugzeugabsturz dauerten die Gefechte in dem Konfliktgebiet an. Bei Kämpfen in Lugansk seien allein am Freitag mehr als 20 Zivilisten getötet worden, teilte die Stadtverwaltung mit. In Lissitschansk bei Lugansk geriet nach Artilleriebeschuss eine Raffinerie in Brand. Nach dem Beschuss eines Umspannwerks in Lugansk sei in 85 Prozent der Großstadt der Strom ausgefallen, hieß es.

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Kommentare

18.07.2014 21:51 Uhr

Flugzeug wohl von Separatisten-Gebiet aus abgeschossen

Kriegsropaganda ? Man erinnere an die Lügen der USA bezüglich der fahrenden Giftgasfabriken im Irak.
Wem nützt er Abschuss? Gewiss nicht Russland oder den Separatisten!
Dieses Flugabwehrsystem kann nur von ausgebildeten Soldaten bedient werden.
Die Ukrainischen Armee besitzt dieses System, der dieser Abschuss durchaus zuzutrauen ist.
Solche Aktionen könnten das Ziel haben, die Nato in den Konflickt mit hinein zu ziehen.

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18.07.2014 17:54 Uhr

Flugzeug wohl von Separatisten-Gebiet aus abgeschossen

Was sind das für Meldungen!
Noch weiß kein Mensch was wirklich passiert ist. Allenthalben melden sich sogenannte "Experten" zu Worte, die aber auch nur Vermutungen zum Besten geben. Ich habe gestern eine Sendung am TV gesehen ,in der ein solcher "Experte" anhand der der Rauchwolke erkennen wollte, was passiert sei.

Haben die beiden Parteien wirklich die Möglichkeit Passagiermaschinen, die in einer Höhe von 10-11000m fliegen , anzuvisieren und zu treffen? Wenn das so ist sollte man sich wirklich überlegen welche Route man in sein Urlaubsland wählt.

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