US-Bundesstaat Arkansas richtet weitere Häftlinge hin

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Noch am 14. April protestierten Menschen gegen die geplante Serie von Hinrichtungen im US-Bundesstaat Arkansas. Foto: Kelly P. Kissel

Zwei zum Tode verurteilte Häftlinge sind im US-Bundesstaat Arkansas am Montag (Ortszeit) mit der Giftspritze hingerichtet worden.

Jack Jones, im Jahr 1996 wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt, sei am Abend mit der Giftspritze exekutiert worden, teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Leslie Rutledge, mit. Rund drei Stunden später wurde auch Marcel Williams (46) hingerichtet - ebenfalls ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger.

Die Exekutionen sind Teil einer geplanten Serie von ursprünglich insgesamt acht Hinrichtungen binnen weniger als zwei Wochen. Vier Vollstreckungen wurden allerdings von Gerichten oder Begnadigungsgremien zumindest vorläufig gestoppt. Am Donnerstag soll ein viertes Urteil vollstreckt werden.

Hintergrund ist, dass bei den Vorräten des Wirkstoffes Midazolam als Teil des Giftcocktails Ende April das Haltbarkeitsdatum abläuft. Die US-Behörden haben Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen.

Es war das erste Mal seit 16 Jahren, dass in einem US-Bundesstaat an einem Tag zwei Menschen exekutiert wurden. Menschenrechtler liefen Sturm gegen die Hinrichtungsserie und forderten die Abschaffung der 1976 in den USA wieder eingeführten Todesstrafe. Bei Jones war eine bipolare Störung diagnostiziert worden. Nach Meinung von Menschenrechtlern hätte der 52-Jährige schon deswegen nicht exekutiert werden dürfen.

Beide Hinrichtungen dauerten nach Darstellung von Augenzeugen in US-Medien rund 15 Minuten. Nach der in Arkansas angewandten Methode wirde zunächst ein Betäubungsmittel gespritzt, ehe in einer zweiten Injektion mit zwei tödlichen Wirkstoffen der Herzstillstand herbeigeführt wird.

Jones soll nach der Verabreichung der Betäubung noch den Mund bewegt haben. Augenzeugen sahen aber keine äußerlichen Anzeichen für besondere Leiden. Beide Todeskandidaten hatten gebratenes Huhn als letzte Mahlzeit gewählt. Jones entschuldigte sich in seinen letzten Worten bei den Hinterbliebenen seines Opfers und sagte: „Ich bin kein Monster.“

Die Anwälte der Getöteten hatten in einer beispiellosen Justizschlacht bis zuletzt versucht, die Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern oder zumindest aufzuschieben. Williams hatte noch nach der Hinrichtung von Jones versucht, einen Aufschub zu erwirken und damit seinen eigenen Tod um etwa zwei Stunden hinausgezögert. Am Donnerstag vergangener Woche war bereits Ledell Lee (51) mit der Giftspritze getötet worden.

Mitteilung Generalstaatsanwältin

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