Unruhen in Tunesien nach Mord an Politiker

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Nach dem Mord an einem ranghohen tunesischen Oppositionsführer haben vier Oppositionsparteien ihre Teilnahme an der Verfassungsversammlung ausgesetzt. Sie riefen zudem für morgen zu einem Generalstreik auf, wie ein Anführer der Republikanischen Partei, Nejib Chebbi, gestern mitteilte. Neben seiner Partei beteiligten sich die linke Volksfront und die gemäßigten Parteien Al-Massar und Nidaa Tounes an dem Aufruf.

Der Mord an dem Oppositionellen Chokri Belaid hatte landesweite Spannungen und Proteste ausgelöst. In Tunis gab es gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Auch in anderen Städten gab es gewaltsame Demonstrationen.

Belaid, Chef der linksgerichteten Partei der Demokratischen Patrioten, wurde gestern vor seinem Haus von mehreren Schüssen getroffen. Der Jurist galt als einer der schärfsten Kritiker der Regierung. Seine Familie machte die regierende islamistische Ennahda-Partei für den Mord verantwortlich. Ministerpräsident Hamadi Jebali sprach von einem "kriminellen Akt, einem Terrorakt nicht nur gegen Belaid, sondern gegen ganz Tunesien". Tunesiens Staatschef Moncef Marzouki sagte seinen geplanten Besuch in Ägypten ab. Ministerpräsident Hamadi Jebali kündigte am Abend als Reaktion auf die Unruhen die Bildung einer Regierung aus unabhängigen Technokraten an.

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