Uno schlägt Alarm

Die humanitäre Lage in Syrien spitzt sich zu. Laut Uno benötigen 2,5 Millionen Menschen Hilfe. Hunderttausende sind aus dem Land geflohen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon fordert ein Ende der Gewalt.

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Millionen Syrer hat der Bürgerkrieg in die Flucht getrieben - nun schlagen die Vereinten Nationen Alarm. "Wenn die Kämpfe weitergehen, wird die Zahl der Flüchtlinge unsere Möglichkeiten überschreiten", warnte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson im Weltsicherheitsrat. "Inzwischen brauchen schon 2,5 Millionen Menschen in Syrien unsere Hilfe. Damit hat sich die Zahl seit März verdoppelt."

Mehr als 1,2 Millionen Menschen haben laut Uno in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Moscheen innerhalb Syriens Zuflucht gesucht. "229 000 Menschen sind außerhalb Syriens als Flüchtlinge registriert und die Zahl steigt schnell", sagte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. Dabei wird die Flucht immer schwieriger und gefährlicher. So wurden gestern drei Syrer auf dem Weg in die Türkei in einem Minenfeld an der Grenze tödlich verletzt, darunter ein Kind.

Nach Einschätzung des Kinderhilfswerks Unicef ist der Bürgerkrieg in Syrien zu einer der größten humanitären Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte geworden. Die Lage der Menschen verschlimmere sich täglich, sagte Unicef-Sprecher Patrick McCormick.

Der UN-Generalsekretär BanKi Moon hat die syrische Regierung unterdessen aufgefordert, den Einsatz schwerer Waffen zu stoppen. Alle Konfliktparteien müssten "jede Form von Gewalt beenden", sagte er gestern nach einem Treffen mit dem syrischen Regierungschef Wael al-Halki und Außenminister Walid al-Muallim in Teheran.

Die Kämpfe in Syrien gingen dennoch unvermindert weiter. In der Stadt Aleppo griffen Rebellen eine Geheimdienstzentrale an. Aus dem Gebäude im Stadtteil Al-Sahraa schlugen Flammen, wie Augenzeugen berichteten. Als Antwort darauf beschossen die Truppen des Regimes die Bezirke Hananu, Bustan al-Kasr und Salaheddin.

In der Provinz Idlib, die an die Türkei grenzt, attackierten Aufständische einen Militärflughafen. Sie hätten dort eine Offiziersunterkunft gestürmt, berichteten die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London. Am Vortag zählten Aktivisten der Opposition landesweit 150 Tote, darunter 86 unbewaffnete Zivilisten. Eine unabhängige Prüfung der Angaben war nicht möglich.

Deutschland will sich während seines Vorsitzes im UN-Sicherheitsrat im September um eine weitere Isolierung Syriens bemühen. Dies kündigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) an. Weil die Veto-Mächte Russland und China bisher ein härteres Vorgehen gegen das Assad-Regime verhindern, sprach Westerwelle von "Blockade". Ob der neue UN-Sondervermittler Lakhdar Brahimi, der heute sein Amt antritt, in dem Konflikt vermitteln kann, bleibt abzuwarten.

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