Unicef: Immer mehr Kinder kommen alleine nach Europa

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Drei jugendlichen Flüchtlinge. Viele Jugendliche und Kinder kommen ohne Eltern nach Europa. Foto: Philipp Schulze/Illustration

Immer mehr Kinder kommen ohne ihre Eltern mit Schlepperbooten nach Europa. Ein Bericht des UN-Kinderhilfswerkes (Unicef), zeigt, dass 92 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, die Italien zwischen Anfang 2016 und Ende Februar 2017 auf dem Seeweg erreichten, ohne ihre Familien unterwegs waren.

Zum Vergleich: 2015 waren 75 Prozent der Minderjährigen alleine nach Europa gekommen.

Im vergangenen Jahr hatten bei einer Umfrage der Internationalen Organisation für Migration (IOM) drei Viertel aller Flüchtlingskinder, die von Afrika aus auf dem Seeweg nach Italien gekommen waren, von Fluchterlebnissen berichtet, die nahelegen, dass sie Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung wurden. Bei Befragungen in diesem Jahr stieg der Anteil sogar auf 91 Prozent.

Viele der alleine reisenden Kinder und Jugendlichen kommen derzeit aus Eritrea, Gambia, Nigeria, Ägypten und Guinea. „Skrupellose Schleuser und Menschenhändler nutzen die Verletzlichkeit der Mädchen und Jungen aus. Sie helfen ihnen über die Grenzen, nur um sie wie Sklaven zu verkaufen oder zur Prostitution zu zwingen“, erklärte der stellvertretende Unicef-Exekutivdirektor Justin Forsyth. „Es ist unfassbar, dass wir Kinder und Jugendliche nicht besser vor diesen Verbrechern schützen können“, fügte er hinzu.

Laut Unicef hat sich die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtling und Migranten weltweit seit 2010 verfünffacht. In den vergangenen beiden Jahren wurden laut Unicef in 80 Ländern etwa 300 000 Kinder und Jugendliche registriert, die ohne ihre Eltern unterwegs waren. Zum Vergleich: In den Jahren 2010 und 2011 waren es 66 000 Kinder gewesen. Alleine in Europa stellten in den Jahren 2015 und 2016 rund 170 000 unbegleitete Minderjährige einen Asylantrag.

Unicef will, „dass die sicheren und legalen Wege der Migration und der Flucht für Kinder“ erweitert werden. Außerdem müsse die Inhaftierung geflüchteter Kinder aufhören, forderte das Kinderhilfswerk. Kinder dürften nicht in Einrichtung für Erwachsene festgehalten werden. Alle minderjährigen Flüchtlinge und Migranten müssten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung erhalten.

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