Umfrage: CDU liegt im Südwesten klar vorn, AfD kommt Grünen nahe

Dass die CDU bei der Bundestagswahl stärkste Kraft im Südwesten wird, scheint klar zu sein. Spannend könnte der Kampf um Platz drei werden: Holt die rechtspopulistische AfD am Ende die Grünen ein?

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Alice Weidel auf einer Veranstaltung in Baden-Württemberg: AfD in Umfragen auf Grünen-Niveau  Foto: 

Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl zeichnet sich im Südwesten ein Kampf um Platz drei zwischen der AfD und den Grünen ab. Hingegen liegt die CDU mit Kanzlerin Angela Merkel mit 42 Prozent klar vorn. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der „Stuttgarter Zeitung“.

Die SPD mit Kanzlerkandidat Martin Schulz käme auf vergleichsweise geringe 17 Prozent, wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Die rechtspopulistische AfD steht nun bei elf Prozent - und ist damit fast so stark wie die Grünen mit zwölf Prozent. Die FDP bewegt sich unverändert bei neun Prozent. Die Linke liegt bei sechs Prozent.

Im Vergleich zur vergangenen Umfrage vom Juli haben CDU (damals 43 Prozent), SPD (damals 19 Prozent) und Grüne (damals 14 Prozent) damit etwas in der Wählergunst eingebüßt. Die AfD verzeichnet mit drei Punkten den größten Sprung nach oben. Die Linke wurde im Juli noch bei sechs Prozent verortet. Die Bundestagswahl ist am 24. September.

In der Flüchtlings- und Asylpolitik verorten die meisten Menschen (48 Prozent) die wichtigsten politischen Probleme. Es folgen die Bildungspolitik (20 Prozent) und die Themen Alterssicherung und soziale Gerechtigkeit (je 18 Prozent). Trotz der aktuellen Debatte um Fahrverbote für Diesel-Autos zählen nur elf Prozent der Menschen den Umweltschutz und den Klimawandel zu den wichtigsten Themen. Verkehr und Infrastruktur werden von fünf Prozent genannt.

Wenn die Bürger die Kanzlerin direkt wählten könnten, würde sich nach dieser Umfrage etwa die Hälfte (53 Prozent) für Amtsinhaberin Merkel entscheiden. Das sind vier Punkte weniger als im Juli. Herausforderer Schulz käme nun auf 26 Prozent - drei Punkte mehr als zuletzt.

Bei der Frage nach dem künftigen Regierungsbündnis bevorzugen die meisten Befragten eine Fortsetzung von Schwarz-Rot oder eine Koalition aus Union und FDP (je 46 Prozent). „Ein Bündnis von Union und Grünen, die im Land gemeinsam regieren, würden 43 Prozent der Baden-Württemberger begrüßen“, heißt es in der Mitteilung. Damit sei die Zustimmung für das schwarz-grüne Regierungsmodell im Vergleich zum Juli um sechs Prozentpunkte zurückgegangen. Ein Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP wollen 34 Prozent. Die geringsten Präferenzen gibt es für eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP (27 Prozent) und für Rot-Rot-Grün (23 Prozent).

CDU-Landeschef Thomas Strobl bezeichnete das jüngste Umfrageergebnis für seine Partei als „sehr erfreulich“. „Wir arbeiten weiter hart dafür, dass wir am Wahlsonntag 40 Prozent plus X erreichen.“ SPD-Generalsekretärin Luisa Boos räumte ein: „Selbstverständlich hätten wir uns eine andere Momentaufnahme gewünscht.“ Die SPD werde die nächsten Wochen nutzen, mit möglichst vielen Wählern direkt ins Gespräch zu kommen.

Die Grünen-Landeschefs Oliver Hildenbrand und Sandra Detzer bezeichneten das Umfrageergebnis als „motivierenden Ansporn für den Endspurt“ des Wahlkampfes. FDP-Spitzenkandidat Michael Theurer meinte, für die Liberalen sei ein zweistelliges Ergebnis in Baden-Württemberg in greifbare Nähe gerückt. „Jetzt gilt es für uns, verstärkt um unentschlossene Wähler zu werben.“

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