China ruft USA und Nordkorea zur Mäßigung auf

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China ruft im Nordkorea-Konflikt sowohl Washington als auch Pjöngjang zur Zurückhaltung auf. In einem Telefonat mit US-Präsident Trump mahnte Staats- und Parteichef Xi Jinping „die betreffenden Parteien, zu vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren könnten“.

Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron appellierte „an die Verantwortung aller, jede Eskalation der Spannungen zu verhindern“.

Japan hat unterdessen Raketenabwehrsysteme stationiert. Es reagierte damit auf nordkoreanische Drohungen, Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet, abzuschießen. Die Boden-Luft-Raketen vom Typ Patriot wurden quer zur möglichen Flugbahn nordkoreanischer Geschosse in vier westjapanischen Präfekturen aufgestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag meldete. Die japanische Regierung sagte, man wolle sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Pjöngjangs Flugkörper .

Das Telefonat mit Xi war von Trump ausgegangen. China ist ein Verbündeter und Handelspartner Nordkoreas, hatte aber vor einer Woche im UN-Sicherheitsrat für verschärfte Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des Atom-und Raketenprogramms gestimmt. Das Weiße Haus stellte das Telefonat am Freitagabend (Ortszeit) positiver für die USA dar als die chinesische Seite. Demnach waren sich beide Staatschefs darin einig, dass Pjöngjang „sein provokatives und anheizendes Verhalten beenden muss“.

Beide Präsidenten stimmten auch darin überein, dass die jüngste UN-Resolution mit scharfen Sanktionen „ein wichtiger und notwendiger Schritt“ sei, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, hieß es in Washington weiter. Das Weiße Haus hob zudem hervor, dass das Verhältnis zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen „extrem eng“ sei und „hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problem führen wird“.

Xinhua zufolge bekräftigte Xi in dem Telefonat, dass China bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme „angemessen zu lösen“. Allerdings will Trump nach Medienberichten jetzt offiziell Chinas Handelspraktiken untersuchen lassen. Das könnte die Beziehungen zwischen beiden Staaten belasten und eine Kooperation zur Lösung des Nordkorea-Konflikts erschweren.

Trump werde die Untersuchung, bei der es hauptsächlich um den China zur Last gelegten massiven Diebstahl geistigen Eigentums gehen solle, voraussichtlich am Montag in Washington bekanntgeben. Xi habe er in dem Telefonat darüber informiert, hieß es unter Berufung auf Regierungsbeamte weiter. Das sei auch der Anlass von Trumps Anruf gewesen. Xi sei dann auf Nordkorea zu sprechen gekommen und habe Trump zur Mäßigung aufgerufen.

Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich nach Nordkoreas jüngsten Tests von Langstreckenraketen verschärft, die potenziell die USA erreichen könnten. Danach reagierte Pjöngjang wütend auf den Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrates, der auf Drängen der USA zustande kam.

Seitdem hat sich die kriegerische Rhetorik zwischen Nordkorea und den USA immer stärker hochgeschaukelt. So hatte Trump Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un zuletzt am Freitag gewarnt, dass die USA seien.

Neben den USA spielt China eine Schlüsselrolle in dem Konflikt und bei der Umsetzung der Sanktionen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließt über den großen Nachbarn. Die USA wollen, dass Peking den Druck auf Pjöngjang verschärft. Chinas Führung hofft hingegen, dass die USA auf Nordkorea zugehen und dessen Sicherheitsbesorgnisse ernst nehmen. China hat vorgeschlagen, dass die USA ihre Manöver mit Südkorea einstellen, während Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm aussetzt, um Verhandlungen aufzunehmen.

Nordkoreas Propagandaorgan „Rodong Sinmun“ berichtete, dass seit der Verhängung der Sanktionen vor einer Woche rund 3,5 Millionen Nordkoreaner einen Antrag gestellt hätten, sich dem Militär anschließen zu können. Das 25 Millionen Einwohner zählende Nordkorea hat mit mehr als 1,1 Millionen aktiven Soldaten die zahlenmäßig größte Armee der Welt. Allerdings führen die Streitkräfte auch viele zivile Tätigkeiten aus, etwa im Straßenbau oder der Feldarbeit. Jeder männliche Nordkoreaner ist verpflichtet, einen zehnjährigen Wehrdienst abzuleisten.

Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) macht sich derzeit große Sorgen, dass es bei einem militärischen Konflikt zwischen Nordkorea und den USA zu einem Atomkrieg kommen könnte. Weitere 43 Prozent machten sich etwas Sorgen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders RTL am Donnerstag und Freitag unter 1001 Befragten ergab. 23 Prozent der Befragten hätten demnach gar keine Sorgen.

Trump auf Twitter

Xinhua

THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen.

Die 6,17 Meter langen Raketen werden von Lastwagen aus abgefeuert und sind daher sehr mobil. Zu einer THAAD-Batterie gehören neun Raketenwerfer auf Lkw mit jeweils acht Abfangraketen. Dazu kommen ein mobiles Radarsystem und eine mobile Feuerleitstelle. THAAD bietet - zum Beispiel über einer Stadt - einen hohen Schutzschild. Darunter können Raketensysteme wie die auch von der Bundeswehr eingesetzte Patriot einen weiteren Schild legen.

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Kommentare

11.08.2017 16:15 Uhr

Von der Leyen macht die Merkel

Schulz macht den Schröder und von der Leyen macht die Merkel!
So wie Frau Merkel dem damaligen US-Präsidenten Bush beim Irak-Krieg zur Seite gesprungen - und dem damaligen Bundeskanzler Schröder in den Rücken gefallen - ist, so fühlt sich für mich von der Leyens aktuell geäußertes Verständnis für Trump's Nord-Korea-Politik an. Will sie uns auch in einen Krieg führen?
Mein Bauchgefühl läßt nichts Gutes erwarten. Auch wenn ich sehe, wie Frau Merkel den anderen schlimmen Autokraten, Erdogan, hofiert. Da würde ich mich, wie damals bei Schröder, bei einem SPD-Kanzler besser aufgehoben fühlen!
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

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11.08.2017 15:24 Uhr

Ueber den Einsatz von US-Atombomben entscheiden nur Amerikaner

Unberechenbare Politiker (Trump)+hoerige Politiker (Merkel) sind eine gefaehrliche Kombination fuer Europa.
Das ist eine passende Gelegenheit diese gefaehrlichen Atombomben aus dem dichtbesiedelten Europa zu entfernen. Ueber den Einsatz von US-Atombomben entscheiden nur Amerikaner,und die haben mit allen Kriegen i/d Welt bewiesen das die nur auf USA Belange achten.Aus diesem Grund muss eine Stationierung in Europa abgewiesen werden.Nur wenn Europa das Sagen hat koennen US-Atombomben gelagert werden. Abgeordneter Voigt hat Recht,jetzt entscheidet die US ob Atombomben in Europa eingesetzt werden. Die Moeglichkeit das Atombomben zum Einsatz kommen in Europa,mit grossen verstrahlten Gebieten fuer die naechsten 1000 Jahre,wird mit jedem Agressionsakt seitens Nato/USA groesser.Das Wissen das explodierende Atombomben in Deutschland Merkels CDU NatoPolitik zuzuschreiben sind,wird uns dann nicht viel mehr nutzen
«Der geheime Staatsvertrag von 21. Mai 1949 wurde vom Bundesnachrichtendienst unter ‹Strengste Vertraulichkeit› eingestuft.
In ihm wurden die grundlegenden Vorbehalte der Sieger für die Souveränität der Bundesrepublik bis zum Jahre 2099 festgeschrieben, was heute wohl kaum jemandem bewusst sein dürfte. Danach wurde einmal der «Medienvorbehalt der alliierten Mächte über deutsche Zeitungs- und Rundfunkmedien bis zum Jahr 2099 fixiert. Zum anderen wurde geregelt, dass jeder Bundeskanzler Deutschlands auf Anordnung der Alliierten vor Ablegung des Amtseides die sogenannte ‹Kanzlerakte› zu unterschreiben hatte.

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