Tragödie am Gotthard: Deutsche Familie stirbt bei Auffahrunfall

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Das Auto wurde zwischen zwei Lastwagen eingequetscht. Foto: Davide Agosta

Das Leben einer Familie aus Rheinland-Pfalz mit zwei jungen Töchtern ist bei einem Unfall in der Schweiz ausgelöscht worden.

Ein Lastwagen aus Italien prallte am Dienstag auf der südlichen Autobahnzufahrt zum Gotthardtunnel bei Quinto auf ihren am Ende eines Staus stehende Wagen. Mit enormer Wucht wurde das Auto gegen einen davor stehenden Lkw gepresst.

Erst nach Stunden konnten die Leichen der Eltern (beide 43) und der acht sowie zwölf Jahre alten Mädchen aus dem zerstörten Auto geborgen werden. Es war derart zwischen den Lkw eingequetscht, dass die Rettungsmannschaften zunächst nicht einmal erkennen konnten, wie viele Opfer sich darin befanden. Der 50 Jahre alte italienische Unfallverursacher erlitt den Polizeiangaben zufolge schwerste Verletzungen, er schwebte in Lebensgefahr.

Die beiden Lastwagen, zwischen denen das Auto der Familie befand, waren schwer mit Granitbrocken und Platten sowie Wasser beladen. Die Bergung wurde laut Polizei zusätzlich erschwert, weil etliche der Steine auf die Straße gefallen waren. Die Fahrzeuge mussten mit schwerer Technik auseinandergezogen werden, um an den zertrümmerten Pkw zu gelangen.

Insgesamt waren mehr als 140 Rettungs- und Bergungskräfte im Einsatz. Der Unfall legte den Straßenverkehr durch den Gotthardtunnel mehrere Stunden lang lahm, kilometerlange Staus lösten sich nach Angaben des Schweizer Automobilclubs TCS erst am späten Abend auf.

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Kommentare

30.07.2016 10:16 Uhr

Notbremsassistent

Notbremsassistenten sollten zur Pflicht in jedem LKW gemacht werden. Auch als Nachrüstung bei Älteren. Die Fahrer beschäftigen sich heutzutage mit ihrem Handy/Tablet. Früher gab es nicht so viele derartige Unfälle.

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28.07.2016 08:34 Uhr

Antwort auf „Fahren wir die Irren”

Die Motorisierung sehe ich hier nicht als Hauptproblem.
Bin sehr viel auf der Autobahn unterwegs und sehe, wenn der Verkehr sich mal wieder staut, was hinterm Lenkrad für ein Multimediaangebot so "am Laufen" ist ...und das bei einem Abstand von 2-3 m zum Vordermann.
Deshalb ist für mich die rechte Spur tabu, da man nie weis, wann so ein medial abgelenkter Hirnie mir hinten auf die Kiste brummt ....

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27.07.2016 11:40 Uhr

Fahren wir die Irren

Nachdem dies nun der zweite Unfall dieser Art innerhalb einer Woche ist (http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Vierkoepfige-Familie-stirbt-bei-Unfall-auf-der-A1-in-Hamburg;art1157828,3932249) bin ich mir sicher, dass dies auch nicht der letzte sein wird.
Letzten Donnerstag bin ich in eine ähnliche Situation gekommen: Eine lange, gerade Ortsdurchfahrtstraße, keine Schikane zur Tempoverminderung am Ortseingang, ich sehe im Rückspiegel einen sich rasch nähernden LKW, ich halte vor einer roten Ampel. Hinter mit quietschen die Reifen: der LKW steht nicht hinter mir, sondern eher neben mir auf der Gegenfahrbahn.
Die modernen LKW sind mittlerweile so hoch motorisiert, dass sie von den Fahrern wohl kaum mehr / bzw. noch nicht beherrscht werden, insbesondere wenn die Ladung ‚schiebt’. Die Fahrer stehen unter Zeitdruck, Tempolimits interessieren die nicht. Durch die Maut-Problematik wird das LKW Problem vermehrt auf Landstraßen übertragen.

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