Terror-Ermittlungen nach blutiger Geiselnahme

Frankreich kommt nicht zur Ruhe: Nicht mal zwei Wochen nach dem Anschlag von Nizza stirbt in einer Kirche eine Geisel.

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Polizisten sichern den Tatort im nordfranzösischen Saint Etienne du Rouvray. Hier wurde ein Priester von zwei Terroristen ermordet, die sich auf den IS berufen hätten, sagte Frankreichs Präsident Hollande. Foto: Julien Paquin  Foto: 

Zwei Angreifer sind in Nordfrankreich während einer Messe in ein Gotteshaus eingedrungen und haben dort eine Geisel getötet. Eine weitere Geisel wurde in der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen sehr schwer verletzt.

Sie schwebe "zwischen Leben und Tod", sagte der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, vor Journalisten. Eine weitere Geisel wurde getötet. Dabei soll es sich um den 84-jährigen Priester handeln. Das teilte der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, in Krakau mit.

Die zwei Angreifer seien während oder am Ende der Morgenmesse in die Kirche eingedrungen und hätten insgesamt fünf Menschen als Geiseln genommen.

Zur Art ihrer Bewaffnung machte der Sprecher keine Angaben, auch nicht zum Profil der Täter. Er verwies auf die Pariser Staatsanwaltschaft, deren Anti-Terror-Abteilungen die Ermittlungen zuvor an sich gezogen hatte. Nähere Angaben zum Grund für den Terrorverdacht nannte sie nicht.

Die Polizei sucht derzeit nach möglichen Sprengsätzen. Ein Einsatz zur Minenräumung sei im Gange, sagte Brandet. Präsident François Hollande und Innenminister Bernard Cazeneuve wollten umgehend an den Tatort reisen.

Frankreich war in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder das Ziel schwerer Anschläge. Zuletzt tötete ein 31-Jähriger 84 Menschen, als er am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Strandboulevard von Nizza raste. Die Polizei erschoss den Mann. Seit den verheerenden Pariser Terrorattacken vom 13. November gilt im Land der Ausnahmezustand, in Paris patroullieren teilweise schwer bewaffnete Soldaten.

Die Geiselnehmer in einer französischen Kirche haben sich nach Angaben von Präsident François Hollande auf die Terrormiliz Islamischer Staat berufen. Das sagte Hollande am Dienstag bei einem Besuch am Tatort in der Nähe von Rouen, zunächst ohne Details zu nennen.

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