Teheran richtet Gipfel der Blockfreien aus

Im Iran findet diese Woche der Gipfel der blockfreien Staaten statt. Das Regime in Teheran hat sich vorgenommen, das Bündnis wiederzubeleben.

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Parks wurden gefegt, Straßen geteert und Laternenmasten gestrichen: Teheran hat sich herausgeputzt. Mehr als 100 000 Polizisten sind zusätzlich im Einsatz. Am Donnerstag und Freitag ist Teheran zum ersten Mal seit anderthalb Jahrzehnten wieder Gastgeber einer großen internationalen Zusammenkunft, und das in Zeiten wachsender Isolierung und drückender Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms. Der Gipfel der Bewegung der Blockfreien Staaten (NAM) tagt in der iranischen Hauptstadt.

Rund 30 Staatschefs kommen - plus Delegationen aus 60 weiteren Ländern. Angesagt hat sich auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon trotz heftiger Proteste aus Israel und USA. Er werde "die klaren Sorgen und Erwartungen der internationalen Gemeinschaft" im Blick auf Atomprogramm, Terrorismus, Menschenrechte und den Bürgerkrieg in Syrien zur Sprache bringen.

Insgesamt zählen 120 Staaten zur Bewegung der Blockfreien, die 1961 in Belgrad gegründet wurde als ein Produkt des Kalten Krieges. Seit dem Fall der Mauer jedoch wurde der Staatenbund, der in der 193 Mitglieder zählenden UN-Vollversammlung den größten Block bildet, immer mehr zu einem Anachronismus ohne Profil und Ausstrahlung. Die letzten drei Jahre hatte Ägypten den Vorsitz, der jetzt turnusgemäß auf den Iran übergeht. Die islamische Republik will die Blockfreien bis 2015 wiederbeleben - als Gegengewicht zur westlichen und amerikanische Dominanz.

Und so wird der Oberste Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei seine Rede nutzen, um Irans Recht auf ein eigenes Atomprogramm zu unterstreichen und seinen Platz in der internationalen Syrien-Diplomatie zu reklamieren. Syrien schickt seinen Regierungschef Wael al-Halqi sowie Außenminister Walid Muallem. Eine spezielle Premiere ist die Stippvisite des ägyptischen Präsidenten Mohamed Mursi, der morgen für vier Stunden den Gipfel beehrt. Seit dreißig Jahren gibt es keine diplomatischen Beziehungen zwischen Teheran und Kairo. Mit im Gepäck führt Mursi seinen neuen Syrienplan, die erste außenpolitische Initiative des Mubarak-Nachfolgers. Sie zentriert sich um die vier Schwergewichte des Nahen Ostens, Türkei, Iran, Saudi-Arabien und Ägypten.

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