Tausende Türken demonstrieren in Köln für Erdogan

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  • Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan demonstrieren in Köln. Thema der Kundgebung ist der vereitelte Militärputsch in der Türkei. Organisiert wird die Veranstaltung maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, die der AKP nahesteht. Foto: Henning Kaiser 1/7
    Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan demonstrieren in Köln. Thema der Kundgebung ist der vereitelte Militärputsch in der Türkei. Organisiert wird die Veranstaltung maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten, die der AKP nahesteht. Foto: Henning Kaiser
  • Insgesamt blieb es nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. In der Innenstadt sei es zu kleineren Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden gekommen. Foto: Henning Kaiser 2/7
    Insgesamt blieb es nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. In der Innenstadt sei es zu kleineren Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden gekommen. Foto: Henning Kaiser
  • Eine von den Veranstaltern der Pro-Erdogan-Kundgebung geplante Zuschaltung türkischer Politiker - vor allem von Erdogan selbst - live auf einer Großleinwand wurde angesichts der aufgeheizten Stimmung verboten. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied darüber einstimmig. Foto: Uli Deck/Archiv 3/7
    Eine von den Veranstaltern der Pro-Erdogan-Kundgebung geplante Zuschaltung türkischer Politiker - vor allem von Erdogan selbst - live auf einer Großleinwand wurde angesichts der aufgeheizten Stimmung verboten. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied darüber einstimmig. Foto: Uli Deck/Archiv
  • Die Polizei ist in Köln mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es sind insgesamt 2700 Beamte vor Ort. In Köln haben sich fünf Demonstrationen angemeldet - unter anderem die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW. Foto: Guido Kirchner 4/7
    Die Polizei ist in Köln mit einem Großaufgebot im Einsatz. Es sind insgesamt 2700 Beamte vor Ort. In Köln haben sich fünf Demonstrationen angemeldet - unter anderem die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW. Foto: Guido Kirchner
  • Ein Wasserwerfer steht auf der Deutzer Brücke in Köln. Foto: Henning Kaiser/dpa 5/7
    Ein Wasserwerfer steht auf der Deutzer Brücke in Köln. Foto: Henning Kaiser/dpa
  • Das Kundgebungsgelände der Pro-Erdogan-Demonstration am rechten Rheinufer im Stadtteil Deutz wird von zahlreichen Polizisten bewacht. Foto: Oliver Berg 6/7
    Das Kundgebungsgelände der Pro-Erdogan-Demonstration am rechten Rheinufer im Stadtteil Deutz wird von zahlreichen Polizisten bewacht. Foto: Oliver Berg
  • Angespannt war die Lage zwischenzeitlich am Kölner Hauptbahnhof, wo sich etwa 200 Rechtsextremisten - darunter auch gewaltbereite Hooligans - versammelten. Foto: Guido Kirchner 7/7
    Angespannt war die Lage zwischenzeitlich am Kölner Hauptbahnhof, wo sich etwa 200 Rechtsextremisten - darunter auch gewaltbereite Hooligans - versammelten. Foto: Guido Kirchner
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Gut zwei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei haben Tausende überwiegend Deutschtürken in Köln für Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bislang etwa 20 000 Teilnehmer auf einem Gelände im rechtsrheinischen Deutz.

Die Veranstalter erwarteten bis zu 30 000 Menschen. Zeitgleich gab es Gegendemonstrationen, darunter auch eine von Rechtsextremen. Diese hat die Polizei nun aufgelöst. Per Lautsprecherdurchsage forderten die Beamten die rund 250 Rechten auf, den Platz vor dem Hauptbahnhof zu räumen, da sie gegen Auflagen verstoßen hätten. Nach letzter Absprache mit der Polizei sollten die Teilnehmer der Demonstration, die unter anderem von der Splitterpartei Pro NRW organisiert worden war, nur eine Standkundgebung abhalten. Stattdessen machten sich Teilnehmer - darunter laut Polizei auch gewaltbereite Hooligans - allerdings doch zu einem Marsch bereit. Insgesamt 2700 Polizeibeamte waren im Einsatz, auch Wasserwerfer standen bereit.

Thema der türkischen Kundgebung war der vereitelte Militärputsch in der Türkei vom 15. und 16. Juli. Zahlreiche Teilnehmer schwenkten türkische Flaggen oder trugen T-Shirts in den Nationalfarben. Zu der befürchteten Gewalt kam es zunächst nicht. "Die Lage ist relativ ruhig", sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies der Deutschen Presse-Agentur. In der Innenstadt sei es zu kleineren Reibereien zwischen Nationaltürken und Kurden gekommen.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der Opfer des gescheiterten Militärputsches in der Türkei sowie der Opfer der jüngsten Terroranschläge in Frankreich, Deutschland und der Türkei. Am späteren Nachmittag wollte der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic nach Köln kommen, um zu den Demonstranten zu sprechen.

Unterdessen standen sich am Kölner Hauptbahnhof nach Polizeiangaben jeweils etwa 200 rechts- und linksgerichtete Demonstranten gegenüber, die von Einsatzkräften aber auseinandergehalten wurden. Ein von den Rechten - darunter die Splitterpartei Pro NRW - geplanter Zug durch die Stadt wurde nach einem Gespräch mit der Polizei abgesagt und auf eine Standkundgebung beschränkt. Insgesamt kamen zu den angemeldeten vier Gegenveranstaltungen weit weniger Menschen als erwartet.

Die türkische Kundgebung wurde maßgeblich von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) organisiert, die der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, nahesteht. Eine von den Veranstaltern geplante Zuschaltung von Erdogan auf einer Großleinwand war angesichts der aufgeheizten Stimmung schon im Vorfeld verboten worden.

Der Sprecher Erdogans kritisierte das Verbot scharf. Das sei ein "inakzeptabler Zustand", erklärte Ibrahim Kalin nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag in Ankara. Man frage sich, was der "wahre Grund" dafür sei, dass die deutschen Behörden eine Ansprache Erdogans an seine Anhänger verhindere. Es sei auch inakzeptabel, dass die deutschen Behörden Demonstrationen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zuließen, eine "Demokratie-Veranstaltung" gegen den Putschversuch mit dem Hinweis auf die Sicherheitslage jedoch beargwöhnten, und zu verhindern versuchten, sagte Kalin. 

In einer bei der Kundgebung verlesenen Erklärung hieß es, man versammle sich, um für "Rechtsstaatlichkeit, Einheit, Frieden und Unabhängigkeit einzustehen". Die Erklärung haben laut UETD rund 100 Organisationen unterzeichnet, darunter auch der türkisch-islamische Dachverband Ditib und die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer. "Alle Staaten, Organisationen, Parteien und (...) Politiker der Welt" wurden aufgefordert, "solidarisch zum türkischen Volk" und der Regierung in Ankara zu stehen.

Seit dem Putschversuch Mitte Juli sind in der Türkei nach Regierungsangaben 18 000 Menschen festgenommen worden. Sie sollen Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben, die von der Regierung für den Staatsstreich verantwortlich gemacht wird.

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