Papst empfängt Tausende Obdachlose: „Ganz einer von ihnen“

Mit einer Audienz für Tausende Obdachlose auch aus Deutschland hat Papst Franziskus ein Zeichen für die Armen gesetzt. Sie dürften nicht als „Sklaven“ ausgenutzt werden, sagte der Pontifex im Vatikan vor den 3000 bis 4000 Besuchern aus mehr als 20 Ländern.

|
Vor dem Abflug nach Rom posieren rund 70 Obdachlose und 30 Betreuer im Hamburger Flughafen für ein Gruppenfoto. Foto: Bodo Marks

Mit einer Audienz für Tausende Obdachlose auch aus Deutschland hat Papst Franziskus ein Zeichen für die Armen gesetzt. Sie dürften nicht als „Sklaven“ ausgenutzt werden, sagte der Pontifex im Vatikan vor den 3000 bis 4000 Besuchern aus mehr als 20 Ländern.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche bat um Verzeihung für die Momente, in denen sich die Christen von den Armen abgewendet hätten. Die Armen seien diejenigen, die Frieden schafften - deshalb seien die Welt, die Kirche und die Religionen auf sie angewiesen.

„Der Papst ist so gütig wie er auch erscheint“, sagte Rita Bernzen vom Haus Bethlehem in Hamburg, die eine Gruppe begleitete. Sie habe nicht gedacht, dass das Treffen so emotional werden könnte. Umgeben von den Obdachlosen sei Franziskus „ganz einer von ihnen“ gewesen. „Und das haben alle gefühlt, glaube ich.“

Bis zu 600 Obdachlose und Begleiter aus Deutschland kamen zu dem Treffen nach Rom, darunter Menschen aus München, Hamburg, Bremen und Münster. Die Wallfahrt endet am Sonntag mit einer großen Papst-Messe auf dem Petersplatz. Das Ereignis liegt auf der Linie des Heiligen Jahres, das Franziskus unter dem Motto „Barmherzigkeit“ ausgerufen hatte und das Sonntag in einer Woche (20. November) endet.

Vor dem Treffen mit den Obdachlosen hatte sich der Papst für mehr Mitspracherecht der Bedürftigen in der Politik ausgesprochen. „Christus hat von einer Gesellschaft gesprochen, in der die Armen, die Schwachen, die Ausgeschlossenen diejenigen sind, die entscheiden. Nicht die Demagogen, nicht die Gauner, sondern das Volk“, sagte er der Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitag). Über die Politiker selbst wolle er nicht urteilen - auch nicht über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Ihn interessiere lediglich, welche Auswirkungen ihr Handeln auf die Armen und Ausgeschlossenen habe.

Infos zum Programm

Interview "La Repubblica"

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ende der möglichen Jamaika-Koalition kam für viele Ulmer überraschend

Umfrage: Einige Passanten hätten sich eine Einigung gewünscht, manche finden das Handeln der FDP jedoch konsequent. weiter lesen