Studie: Jeder zweite Soldat leidet psychisch

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Bei jedem zweiten Bundeswehrsoldaten, der mit einer psychischen Störung vom Auslandseinsatz zurückkehrt, bleibt die Erkrankung unerkannt. Das geht aus einer Studie der TU Dresden hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. "Einsatzbezogene psychische Störungen werden nicht hinreichend frühzeitig erkannt, selten diagnostiziert und noch seltener behandelt", heißt es in der Studie. Die Forscher schätzen die Dunkelziffer für posttraumatische Belastungsstörungen und andere psychische Erkrankungen auf etwa 50 Prozent. Immerhin berichtete rund jeder vierte befragte Soldat von einem traumatischen Erlebnis. Die Experten und der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), fordern deshalb bessere Früherkennungsmaßnahmen.

Psychische Vorerkrankungen spielen laut der "Dunkelzifferstudie" eine große Rolle. Jeder fünfte Soldat ging demnach bereits mit einer bestehenden, aber eben oft unerkannten psychischen Störung in den Auslandseinsatz. Diese vorbelasteten Soldaten haben ein vier- bis sechsfach höheres Risiko, nach dem Einsatz neu zu erkranken.

"Krieg macht krank, selbst wenn man ihm scheinbar gesund entronnen ist", kommentierte Inge Höger, abrüstungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, die 2009 vom Bundestag in Auftrag gegebene Studie, für die rund 2400 Soldaten befragt wurden.

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