Stiftung fordert mehr Gewaltprävention in der Pflege

|
Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) fordert bei der Überarbeitung des sogenannten Pflege-TÜVs mehr Aufmerksamkeit gegenüber Gewalt in der Pflege. Foto: Frank Rumpenhorst/Illustration  Foto: 

Gewalt in der Pflege muss nach Darstellung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) bei der Überprüfung von Einrichtungen viel mehr berücksichtigt werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ralf Suhr, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollten ganz klar nachvollziehen können, was genau zur Sicherheit beziehungsweise zum Schutz Pflegebedürftiger vor körperlichen oder seelischen Verletzungen durch den Dienst oder die Einrichtung getan wird.“ Pflegeanbieter sollten darlegen, was sie aktiv zur Gewaltprävention unternehmen und wie sie mit problematischen Vorfällen umgehen.

Gewalt in der Pflege sei schwierig zu messen, unter anderem weil sie teilweise versteckt vorkomme und Pflegebedürftige über Gewalterleben nicht berichten wollten oder gar könnten. Es wäre daher schon eine große Weiterentwicklung des sogenannten Pflege-TÜVs, wenn Pflegeanbieter ihre Maßnahmen zur Gewaltprävention nachweisen müssten, sagte Suhr.

„Es muss verbindlich werden und auch geprüft und klar dargestellt werden: Gibt es eine Fehlerkultur, gibt es ein durchdachtes und implementiertes Präventionskonzept, gibt es ein wirksames Fehlermelde- und Beschwerdesystem, wie wird mit gemeldeten Fehlern und Beschwerden umgegangen?“

Eine aktuelle Befragung des ZQP von Pflegekräften in der stationären Pflege zeige aber: „In vielen Einrichtungen (28 Prozent) werden Vorfälle überhaupt nicht in einem Fehlerberichtssystem dargestellt und der Umgang mit Aggression und Gewalt ist nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements (20 Prozent). Hier müssen wir also ansetzen.“

Suhr stellte grundsätzlich in Frage, dass - wie bisher üblich - Pflegenoten als Verbraucherinformationen über die Qualität von Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten geeignet sind. „Gewaltprävention ist in jedem Fall keine Frage einer Note. Entweder ein Heim hat ein fundiertes umfassendes Konzept zur Sicherheit von Pflegebedürftigen und Gewaltprävention bei sich fest verankert oder nicht. Es sollte eine Pflicht sein, dies zu haben.“

Die Pflegenoten, die in Deutschland über die Qualität von Pflegeheimen und ambulanten Diensten aufklären sollen, waren in die Kritik geraten, unter anderem weil sie über Jahre unrealistisch gut ausgefallen waren. Daraufhin hatte die Politik die Überarbeitung dieses Pflege-TÜVs bis 2019 beschlossen. Der Stiftungsvorstand dazu: „Die Verbraucher benötigen glaubwürdige Informationen für die Auswahl von Pflegeangeboten.“

BMG zu den Pflegestärkungsgesetzen

ZQP zu Gewalt in der Pflege

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Knapp eine halbe Million Menschen an die Urnen gerufen

In den beiden Wahlkreisen Ulm und Neu-Ulm sind insgesatm 462.794 Menschen wahlberechtigt. Sie können unter 18 Direktkandidaten und 40 Parteien und Listen auswählen. weiter lesen