Stichwort · KLIMAABGABE: Streit um Jobs und Strompreis

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Wenn es um die Einführung einer Abgabe auf alte Kohlekraftwerke mit hohem CO2-Ausstoß geht, überschlagen sich Politiker, Wissenschaftler und Gewerkschafter mit Prognosen für den Arbeitsmarkt.

In der Bundesrepublik sind nach Angaben der Kohlewirtschaft rund 21 400 Menschen in Kohlekraftwerken, im Tagebau oder in Veredelungsfabriken beschäftigt. Nahezu die gleiche Anzahl an Beschäftigten hätten Zulieferbetriebe.

Verdi-Chef Frank Bsirske rechnet mit dem Verlust von 100 000 Jobs, sollte die Klima-Abgabe kommen. Allein der Energiekonzern RWE sieht 30 000 Jobs in seinem Braunkohlezweig und weitere bis zu 70 000 Stellen bei Zulieferern und in der stromintensiven Industrie in Gefahr.

Dagegen sieht das Umweltbundesamt nur rund 4700 Kohle-Jobs durch die Klima-Abgabe gefährdet. Noch optimistischer ist das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Es gingen gar keine Arbeitsplätze verloren, wenn etwa in Ostdeutschland das Braunkohlegeschäft innerhalb der nächsten 15 Jahre heruntergefahren wird und stattdessen die erneuerbaren Energien in den Vordergrund rücken.

Das Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft rechnet vor, dass das Überführen von Kohlekraftwerken in die Kapazitätsreserve weniger CO2-Einsparungen bringt als Industrie und Gewerkschaften vorrechnen. Zudem steige durch Zahlungen an die Kapazitäten vorhaltenden Kraftwerksbetreiber, den Ausbau von Kraftwärmekopplung (KWK) und Erdverkabelung der großen Stromtrassen der Strompreis. Umlagen müssten erhöht werden, die dann Privathaushalte und nicht-privilegierte Mittelständler und Gewerbetreibende zahlen.

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