STICHWORT · KFZ-PRÜFUNG: Sehr uneinheitlich

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Wie oft Fahrzeughalter mit ihren Privatwagen zur technischen Untersuchung müssen, ist in Europa ganz unterschiedlich geregelt. Der Vorstoß der EU-Kommission, ältere Autos jährlich zu überprüfen, ist in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien Praxis. Die übrigen 23 EU-Staaten haben hingegen Regeln, die weitgehend unseren deutschen entsprechen.

In der Bundesrepublik müssen Fahrzeuge erstmals nach 3, danach alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Solche Intervalle gelten etwa auch in Frankreich , Griechenland, Irland, Italien, Tschechien, Spanien, Dänemark oder Schweden. In den übrigen Ländern liegen die Prüfintervalle zwischen dem EU-Kommissionsvorschlag und der deutschen Regelung. Spanien, Slowenien und Irland schreiben vor, dass Fahrzeuge, die neun oder zehn Jahre auf dem Buckel haben, jährlich zur Kontrolle vorgefahren werden müssen.

Automobilclubs protestieren gegen das Verkürzen der Intervalle. "Das ist lediglich im Interesse der Prüfer", sagt Rainer Hillgärtner vom europäischen Verband ACE. "Es gibt keinen belastbaren Grund." Doch zunächst muss die neue Richtlinie vom Europaparlament und im Verkehrsministerrat erörtert werden. Einwände gibt es bereits. Ältere Autos besitzen häufig ärmere Bevölkerungsschichten, sagt der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug. Die häufigere Prüfung könnte gerade jene stärker belasten, die es sich am wenigsten leisten können. Zudem fürchtet er, die EU-Vorgaben könnten der Privatisierung der Prüfungen Vorschub leisten. Brüssel will die Untersuchung staatlichen Stellen ebenso wie privaten Anbietern erlauben, letztere aber unter Staatsaufsicht stellen.

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