STICHWORT · ARBEIT: Jederzeit erreichbar

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Aus den Antworten der vom Deutschen Gewerkschaftsbund befragten gut 6000 Arbeitnehmer lässt sich ablesen, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmt: Gut ein Viertel (27 Prozent) der Beschäftigten muss nach eigenen Angaben sehr häufig oder oft auch in der Freizeit für die Firma erreichbar sein. Fast jeder Siebte (15 Prozent) arbeitet sehr häufig oder oft unbezahlt in der Freizeit. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten geben an, dass sie 2011 mindestens zweimal zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich "richtig krank" gefühlt haben.

Für DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach zeigt die Umfrage: "Der Arbeitsplatz gilt als Stressfaktor Nummer eins." 72 Prozent der Beschäftigten, die mehr als 10 Überstunden pro Woche machten, fühlten sich gehetzt. "Die psychischen Belastungen durch Arbeit sind so hoch, dass die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefährdet sind." Sie sieht die Arbeitgeber am Zug: Notwendig seien "Arbeitsbedingungen, die weniger Stress produzieren", kein Konditionstraining zur besseren Stressbewältigung.

Die Gewerkschaften denken an zwei Möglichkeiten, den Stress am Arbeitsplatz einzudämmen. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE) fordert, die "Rekordhatz für die Beschäftigten" per Tarifvertrag zu stoppen. Die IG Metall wirbt hingegen für eine Anti-Stress-Verordnung - mit klaren Vorschriften für erlaubte Belastungen im Job. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) habe sich für mehr psychosoziale Prävention zwar offen gezeigt, sagte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Es gebe aber noch "strategische Differenzen" über den Weg dorthin.

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