STICHWORT · ALTERSARMUT: Wer ist bedroht?

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Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt grundsätzlich von der Anzahl der Versicherungsjahre und der Höhe des Einkommens ab. Deshalb gilt: Wer gut verdient und über lange Zeit Beiträge einzahlt, bekommt eine relativ hohe Rente. Wer wenig verdient und deshalb auch nur wenig in die Rentenkasse einzahlt, bekommt eine niedrige Rente.

Daraus folgt: Niedrigverdiener, Teilzeitbeschäftigte, Leiharbeiter und Menschen mit längeren Phasen der Arbeitslosigkeit müssen am ehesten mit späterer Altersarmut rechnen. Für Minijobber - und das sind meist Frauen - gilt dies immer dann, wenn sie ihre Beschäftigung nicht nur als Nebenjob ausüben. Wer 45 Jahre nur als Minijobber arbeitet, erwirbt bei Aufstockung durch eigene Beiträge auf den regulären Satz von 19,6 Prozent - der Arbeitgeber zahlt pauschal 15 Prozent - einen Rentenanspruch von 182,70 Euro monatlich. Ohne eigene Beiträge gibt es nur 139,95 Euro Rente im Monat.

Als Niedriglohnschwelle in Deutschland gilt laut OECD ein Betrag von 1802 Euro im Monat. Unter dieser Lohnschwelle liegen die Verdienste von 34,4 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen im Westen. Im Osten sind es 28,3 Prozent.

Kleine Renten beziehen vor allem Frauen. 2011 erhielten 70,2 Prozent der West-Rentnerinnen eine Rente von weniger als 650 Euro, im Osten waren es 63,9 Prozent. Seit 2003 nimmt der Anteil dieser Niedrigrenten zu. Das Arbeitsministerium warnt aber davor, diese Zahlen überzubewerten. Andere Einkünfte kämen hinzu. Das Nettoeinkommen alleinstehender Frauen im Alter liege bei 1188 Euro. Rentnerehepaaren stünden sogar netto 2248 Euro zur Verfügung.

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