Spezialkräfte werben gezielt um Frauen

Dass Frauen in der Bundeswehr dienen, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Das Kommando Spezialkräfte (KSK) hat jedoch Nachholbedarf.

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Frauen an die Front: Die Eliteeinheit der Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist auf der Suche nach "femininer Kompetenz". Das kündigte der KSK-Chef, Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann, an. "Es geht dabei um die Erweiterung unseres Fähigkeitsprofils, es geht um unsere Ausrichtung in der Zukunft." Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums präzisiert diese diffuse Formulierung: In "Ländern mit starker Geschlechtertrennung" - Afghanistan etwa - sei der "Zugang zu Frauen sehr schwierig", etwa bei Verhören. Weil Frauen bei Frauen höhere Akzeptanz genießen, sollen sie ins KSK.

Derzeit dienen zwar 50 Soldatinnen im KSK, doch keine von ihnen ist Kommandosoldatin. "Die sind in der Logistik und im Stabsdienst", sagt der Sprecher. Die Ausbildung zum Kommandosoldaten im KSK steht zwar Männern wie Frauen offen, doch "es scheiterte bisher an den hohen physischen Anforderungen", sagt der Sprecher, der klarstellt: Diese Anforderungen werden auch in Zukunft nicht gesenkt. Es bleibt bei mehrtägigen Gewaltmärschen, Fallschirmspringen mit Sauerstoffgerät und Überlebenstraining - auch in arktischer Umgebung: Ein Kommandosoldat muss seinen Auftrag unter "allen klimatischen und geografischen Bedingungen" erfüllen. Die künftigen Kandidatinnen werden deshalb nur zum Aufklärungsfeldwebel ausgebildet. Damit werden sie "nicht für alles eingesetzt" und es wird auf "die Besonderheiten der weiblichen Physis" Rücksicht genommen. "Nicht jeder muss aus 3000 Metern Höhe abgesprungen sein." Interessentinnen, "die sich das näher ansehen wollen" gibt es schon. Details nennt das Ministerium nicht, es sei "alles in der Entwicklung". Mitte des Jahres könne es aber losgehen.

Das KSK wurde 1996 aufgestellt und war zwei Jahre später einsatzbereit. Im KSK dienen insgesamt rund 1300 Soldaten, wie viele davon Kommandosoldaten sind, ist ebenso geheim wie deren Arbeit. Zu den Aufgaben des KSK gehören die Befreiung von Geiseln und in Gefangenschaft geratener Soldaten sowie die Spezialaufklärung, wozu auch die Lenkung "weitreichenden Feuers" gehört. Nach der zweijährigen Ausbildung zum Fernspähfeldwebel folgen ein Auswahlverfahren und die zweijährige Ausbildung zum Kommandofeldwebel.

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