Schulz setzt auf unentschlossene Wähler

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in der Parteizentrale in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka  Foto: 

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will in den letzten beiden Wochen bis zur Bundestagswahl verstärkt um unentschlossene Wähler werben. Fast die Hälfte von ihnen habe sich noch nicht entschieden, sagte Schulz bei einem Wahlkampfauftritt in Würzburg.

Zuvor waren neue Umfragen von ARD und ZDF mit für die SPD niederschmetternden Zahlen bekanntgeworden. Gut zwei Wochen vor der Wahl am 24. September steht die SPD nach den Umfragen des ARD-„Deutschlandtrends“ vom Donnerstagabend und des ZDF-„Politbarometers“ vom Freitag etwa auf dem Niveau von Anfang des Jahres, bevor Schulz Kanzlerkandidat und Parteichef wurde. Beide Umfragen wurden nach dem TV-Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhoben.

In der ARD sackte die SPD um zwei Punkte auf 21 Prozent ab, im ZDF blieb sie bei 22 Prozent, wenn schon an diesem Sonntag Wahl wäre. Beide Werte liegen unter dem Wahlergebnis aus dem Jahr 2009, als die Partei mit dem Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier 23,0 Prozent und das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit eingefahren hatte.

Schulz will sich von den schwachen Werten nicht beirren lassen. „Da warten wir doch mal ab, was am 24. September rauskommt. Ich lasse immer gerne andere die Umfragen gewinnen. Ich gewinne lieber die Wahl“, sagte der Kanzlerkandidat in Würzburg. „Die Menschen in diesem Land wollen Informationen. Sie wollen Argumente. Da sind wir optimistisch, denn wir haben die besseren“, betonte Schulz. Die Union habe nur ein Argument und das heiße Angela Merkel.

Merkels Union ist den neuen Umfragen zufolge weiter klar stärkste Kraft. In der ARD-Umfrage kommt sie auf 37 Prozent, beim ZDF auf 38 Prozent. Das Rennen um Platz drei ist eng. Im „Deutschlandtrend“ liegen die Grünen bei 8, die FDP bei 9, die Linke bei 10 und die AfD gar bei 11 Prozent. Das „Politbarometer“ sieht FDP, Linke und AfD gleichauf bei je 9 Prozent und die Grünen bei 8 Prozent.

Auch in der Kanzlerpräferenz liegt Schulz weiterhin deutlich hinter Merkel zurück. Laut „Politbarometer“ wünschen sich unverändert 57 Prozent, dass Merkel Kanzlerin bleibt. Schulz verbessert sich auf 33 Prozent nach zuvor 28 Prozent. Im ARD-„Deutschlandtrend“ ist der Abstand noch größer. 54 Prozent (plus 5) wollen einen Verbleib Merkels im Kanzleramt, nur 26 Prozent (+/-0) präferieren Schulz als Regierungschef.

Neben einer großen Koalition ergäbe sich aus den Umfragen nur für eine „Jamaika“-Koalition aus Union, FDP und Grünen eine stabile Mehrheit. FDP-Chef Christian Lindner steht einer solchen Option allerdings sehr skeptisch gegenüber. „Für ein Jamaika-Bündnis fehlt mir inzwischen die Fantasie“, sagte Lindner dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Er sehe „bei der Einwanderungspolitik und der Energiepolitik hohe Hürden“ mit den Grünen. Im Wahlkampf hätten die Grünen keine richtigen Themen. Deshalb wollten sie ihre Anhänger mobilisieren, indem sie die FDP als Staatsfeind Nummer 1 dämonisierten.

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Kommentare

08.09.2017 20:05 Uhr

...2...

...
nicht nur von namhaften christlichen Würdenträgern - heftig kritisierten, verkommenen, hilflosen, des "C" im Parteinamen unwürdigen, die Wählermüdigkeit fördernden Politikstil.
Letzteres wird wieder einmal eindrucksvoll durch den Schlammschlachtstil der Union (vgl. z.B. die aktuellen Ereignisse in Niedersachsen bzw. die Schmutz-Dossiers der Union gegen Schulz, aus dem sich die einschlägigen Medien - und das sind die meisten - gerne bedienen) bewiesen!
Last, but not least: unsere "Nichts sehen! Nichts hören! Nichts sprechen!"-Kanzlerin kümmert sich zu wenig um die Belange der "einfachen" Leute! Schon gar nicht um die der Autofahrer und die der durch Autoabgase belasteten Großstädte. Schon eher um die der Auto-Industrie und ihrer Wirtschaftsführer.

"Nicht Alte gegen Junge,
sondern Arme gegen Reiche!
Egal, ob jung oder alt,
gemeinsam sind wir stark!"

https://youtu.be/9Steya7Qtr8
https://youtu.be/zH2tEG2G-aw
https://youtu.be/KYm5ZKtjX9A

Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!

PS:
1. "Uns geht es doch nicht schlecht" - Martin Winterkorn, Familie Klatten/Quandt, Familie Albrecht, Familie Piëch/Porsche, Familie von Finck, ...
2. Wir haben Besseres als eine aufgewärmte "RoteSocken-Kampagne" verdient!
3. In der BRD hat die Union bisher 48 Jahre die Regierung geführt, die SPD 20 Jahre

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08.09.2017 20:03 Uhr

Martin Schulz und seine SPD wählen!

Warum sollten die Wähler eine abgewirtschaftete, rückwärtsgewandte Kanzlerin wählen, die ja noch nicht einmal nach CSU-Maßstäben dafür geeignet und zudem gefährlich ist?
Es sind Wahlkampfzeiten:
https://youtu.be/dOa-fcp74uU
Diesmal wähle ich nicht die rückwärtsgewandte Union mit ihrem inhaltsleeren, aber buntem Wahlprogramm, das die "Abgehängten" ausspart und die hart arbeitende Steuerzahlermittelschicht mit Almosen abspeist, mit ihrer abgewirtschafteten Kanzlerin, ihrem erbarmungswürdigen, untätigen Finanzminister, ihrer unterwürfigen Amerika-Politik mit ihrer willfährigen Verteidigungsministerin, ihrem multi-unfähigen Innenminister, Ihrem in Kumpanei mit der Autoindustrie verstrickten Maut-Minister, ihrem unwürdigen und unglaubwürdigen Politikstil (ich sage nur Seehofer!), ihrer Wandlung von einer menschlichen Willkommenskultur zu einer menschenverachtenden, unchristlichen Abschiebekultur, ihrer Ignoranz und Untätigkeit angesichts der wachsenden sozialen Ungleichheit, ihrer Verachtung der Bürgerrechte insbesondere im Zusammenhang mit den NSA/BND/BfV-Skandalen, ihrer erfolglosen EURO- und Europa-Politik, ihrer Türkei-Politik des Sich-Auslieferns, ... , sondern die coole SPD mit ihrem unverbrauchten, zukunftsorientierten, coolen Kanzler in spe, Martin Schulz, mit seinem konkreten, durchdachten, Wahlprogramm, das auch die "Vergessenen" und die hart arbeitende Mittelschicht berücksichtigt, der mehr soziale Gerechtigkeit wagen will und der dem unsäglichen Trump weiterhin die Stirn bieten wird.
Ich hätte Bange vor einem weiteren Jahrzehnt Unions-dominierter Politik (vgl. auch https://www.freitag.de/autoren/sigismundruestig/unter-dem-mantel-der-geschichte ) mit rechtspopulistischer Ausrichtung in bekannter Tradition, mit einer rückständigen Bildungspolitik, mit einer Altersarmut fördernden Rentenpolitik und einer die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnenden Sozial-, Abgaben-, Steuer- und Arbeitsmarktpolitik (Mindestlohn!), mit einer Wirtschaftspolitik, die sich weiter von der sozialen Marktwirtschaft in Richtung einer marktkonformen Demokratie bewegt (wie Merkel ihr "Markt hat Vorfahrt vor Demokratie" bezeichnet), mit einer Infrastrukturpolitik, die durch falsche Priorisierungen und Unterfinanzierung der Marodisierung von Schulen, Brücken, Schwimmbädern, Bundeswehrmaterial, Bahn (Güterverkehr!) Vorschub leistet, mit einer seit Jahrzehnten überfälligen Einwanderungspolitik, mit einer planlosen, menschenunwürdigen, auf Rechtspopulisten schielenden Flüchtlingspolitik, mit einer weiterhin Milliarden von Steuergeldern in veraltete Modelle und Strukturen verschwendenden rückwärtsgewandten Familien- und Frauenpolitik, mit einer Grünen Idealen widersprechenden Klima- und Umweltpolitik (Diesel, Glyphosat,...!), mit mal hü mal hot in der Atomenergiepolitik, mit einer Europa-Politik, die Europa gegen die Wand fährt, und den EURO zulasten von Sparern und Rentnern "rettet", mit einer weiteren Hinwendung an einen - nicht nur von namhaften...

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08.09.2017 19:59 Uhr

Dann doch lieber Martin Schulz

Dilemma der Unions-Wähler: Wer CSU wählt, bekommt Merkel. Wer CDU wählt, Seehofer. Dann doch lieber Martin Schulz!
Daher: kein Kreuz in die Raute!
https://youtu.be/dOa-fcp74uU

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