So gehts glänzend

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Was zeigt uns dieses coole Kerlchen? Staubsaugen ist das reinste Kinderspiel. Fotos: Fotolia

Schon schön, wenn einem die Mama alles hinterherräumt. Oder die Putzperle schrubbt. Ein paar Grundkenntnisse in Sachen "Haushalt selber machen" sind für Otto Normalverschmutzer dennoch dringend zu empfehlen. Das Gute: Haushalt selber machen ist kein Hexenwerk. Haushalt selber machen ist erlernbar, und zwar von jedem.

Sogar von Männern. Ein putziges Beispiel dafür, dass manche zumindest schon auf dem richtigen Weg sind, liefert diese - wahre - Episode: Kommt ein junger Mann in ein Haushaltwarengeschäft. Zückt sein Handy und wischt. Also flink wischen kann er, das sieht die Verkäuferin gleich. Freilich ist das Handy-Gewische nur ein Mittel zum Zweck: um der Verkäuferin einen Haufen Fotos zu zeigen - von Pfannen, Staubsauger und Co. Hat der junge Mann alles daheim bei seiner Mama fotografiert, und genau solche Gerätschaften will er jetzt auch für seinen Studentenhaushalt haben.

Die Verkäuferin, schwer beeindruckt, schleppt die Sachen an und wünscht dem jungen Mann Glück. Wenn der jetzt noch tatsächlich seinen eigenen Haushalt schmeißen kann - dann, denkt die Verkäuferin, ist er perfekt. Direkt zum Anbeißen.

Andersrum gilt: Wer kein bisschen Ahnung von Haushalt hat und für den Fall, dass weder Muttern noch eine andere Perle zur Verfügung, steht, alles verlottern lässt, einschließlich der eigenen Person, der ist nicht lässig, sondern ein Ferkel. Die Bettwäsche beispielsweise allenfalls an hohen Feiertagen zu wechseln, ist definitiv nicht sexy. Dasselbe gilt für Badarmaturen, die bizarre Kalkformationen bilden, und Wollmaus-Horden, die chronisch unter Naturschutz stehen.

Was also tun? Wohin sich wenden? Wer aus irgendeinem Grund die eigene Mutter nicht fragen kann und Freunde nicht fragen will, der inhaliere einen einschlägigen Ratgeber oder blättere im Internet: Auf Seiten wie frag-mutti oder putzkult finden sich Antworten selbst auf Fragen, die man in 100 Jahren nicht gestellt hätte. Ehe man sich nun allerdings an Spezialproblemen wie diesem festliest: "Wie kriege ich Aufkleber von meiner E-Gitarre?" (Antwort: "Nimm einfach Speiseöl und lass es ein paar Stunden einwirken") - sollte man sich doch eher dem Basiswissen widmen. Im Folgenden einige wegweisende Beispiele.

Was man braucht: Außer Reinigungsmitteln, Eimer und dergleichen unbedingt mehrere Putzlappen. In der Küche verwende man ein anderes Tuch als im Bad. Im Bad ein anderes als im WC. Zum Geschirrspülen ein anderes als zum Fußboden-Aufwischen. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Auch wichtig: Schwämme und Tücher regelmäßig waschen beziehungsweise austauschen. Über Bakterienkulturen insbesondere auf Spültüchern wurden vermutlich schon Doktorarbeiten geschrieben.

Was man täglich tun sollte: Bett machen, abwaschen, Hausmüll entsorgen. Alle drei Tage: Laufschneise saugen, Wäsche waschen, bügeln, einsortieren. Waschbecken und Toilette putzen. Wöchentlich: alles saugen, Staub wischen, Dusche oder Badewanne säubern. Monatlich: Spinnweben entfernen, feucht wischen, Küchenfront abwischen, Mülleimer auswischen, Kacheln im Bad putzen, Kühlschrank abtauen. Vierteljährlich: Fenster putzen, Backofen sauber machen.

Schockiert? Erschlagen? Jetzt schon? Bei den aufgezählten Tätigkeiten handelt es sich um das Hausarbeitspensum für Minimalisten, ums absolut Notwendige. Jedenfalls nach Ansicht der Haushaltsexpertin Brigitta Hügel, die unter anderem den "ultimativen Guide für den ersten Haushalt" verfasst hat und darin auch anspruchsvollere Tätigkeiten wie Fenster putzen und Kühlschrank abtauen detailliert und anschaulich erläutert.

Apropos Kühlschrank abtauen: vor dem Abtauen ausräumen! Lappen und Eimer bereitstellen. Taut der Gletscher, droht eine Überschwemmung.

Apropos Fenster putzen. Merke: Fenster haben auch Rahmen. Auch die sind dreckig, auch die muss man putzen. Zudem empfiehlt es sich, gelegentlich die mumifizierten Kleintiere unten aus der Fensterrille zu klauben. Dann zur Kür: Reiniger auf die Scheibe sprühen, Zeitung zusammenknüllen, zum Beispiel diese, damit Reiniger und Dreck abwischen. Andere Fensterputzmethoden gibt es natürlich auch, mit Gummiwischer etwa. Wie das geht: selber nachlesen.

Klar: Wer ordentlich hausarbeitet, muss auch ordentlich essen. Tiefkühlpizza darf schon mal sein. Aber eben: mal. Also nicht jeden Tag. Theoretisch könnte man alternativ ein Fünfsterne-Menü zubereiten. Praktisch sind dagegen Spiegeleier. Oder heiße Würstchen.

Spiegelei geht so: Butter in eine nicht zu heiße Teflonpfanne geben und warten, bis das Weiße zart gebräunt ist. Beim Spiegelei, weiß Hausfachfrau Brigitte Hügel, ist es wie im Leben: "Um verstockt zu werden, braucht man Zeit."

Würstchen heiß machen: Kann jeder, möchte man meinen. Stimmt aber nicht. Die Würstchen dürfen nämlich auf keinen Fall kochen, sondern sie müssen auf kleiner Flamme etwa acht Minuten ziehen. In kochendem Wasser platzen sie.

Für den Fall, dass Sie diese Zeitung jetzt in die Ecke, auf den bereits anderthalb Meter hohen Papierstapel befördern wollen, hier der ultimative Rat: Tun Sies nicht. Reißen Sie vielmehr Ihren heutigen Lieblingsartikel - also diesen - auf der Stelle heraus und legen Sie ihn in einem Wichtig-Ordner ab. Zeitungen, Zeitschriften und Kataloge, die man aufhebt, weil man sie eventuell später noch lesen/brauchen könnte, liest/braucht später kein Mensch.

Den Rest der Zeitung können Sie dann zum Beispiel in einer Zeitungsbox stapeln, die Sie regelmäßig (wöchentlich!) zum Papiermüll bringen. Wegen drangvoller Enge umzuziehen brauchen Sie dann auch nicht mehr. Ohne die ganzen Papierstapel haben Sie plötzlich auch so viel mehr Platz.Info Nützliche Adressen im Internet:

www.frag-mutti.de

www.putzkult.de

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