Seoul: Moon Jae In erklärt sich zum Wahlsieger

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Moon Jae In jubelt in Seoul über das Ergebnis der Präsidentenwahl. Foto: Kyodo

Zwei Monate nach der Absetzung ihrer konservativen Staatschefin Park Geun Hye haben sich die Südkoreaner bei der vorgezogenen Präsidentenwahl für einen Machtwechsel entschieden.

Der linksliberale Politiker Moon Jae In erklärte sich nach der Wahl am Dienstag zum Sieger. Er wolle ein „neues Land aufbauen“, rief der frühere Menschenrechtsanwalt zahlreichen Anhängern auf dem Gwanghwamun-Platz im Zentrum von Seoul zu.

Nach Auszählung von mehr als 40 Prozent der abgegebenen Stimmen sei Moon der Sieg sicher, berichteten südkoreanische Sender. Der 64-Jährige lag demnach mit 39,5 Prozent der Stimmen weit vor seinen Mitbewerbern. 

Die Wahl stand unter dem Eindruck des Korruptionsskandals um eine enge Vertraute Parks sowie der wachsenden Spannungen im Atomstreit mit der kommunistischen Führung in Nordkorea. Moon will wieder an die Politik der aktiven Annäherung an Pjöngjang unter Südkoreas früheren liberalen Präsidenten anknüpfen. 

Moon war für die oppositionelle Demokratische Partei angetreten. Er setzte sich den Hochrechnungen zufolge deutlich gegen seine schärfsten Widersacher durch: Der konservative Hong Jun Pyo von der Freiheitspartei Koreas - der umbenannten Park-Partei Saenuri - kam danach auf 26,5 Prozent und der Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo auf 21,2 Prozent der Stimmen. 

Hong hatte schon nach den ersten Prognosen praktisch seine Niederlage eingestanden. Er sei bei der vorhersehbaren Zustimmung von über 20 Prozent froh, „die zusammengebrochene Partei wiederaufgebaut zu haben“, sagte er. Nach neun Jahren Regierung unter konservativen Regierungen erlebt Südkorea damit wieder einen Linksrutsch.

Es war Moons zweiter Anlauf auf das höchste Staatsamt. Er hatte bei der Präsidentenwahl 2012 gegen Park verloren. Der neue Präsident soll am Mittwoch ohne die übliche zweimonatige Übergangszeit die Amtsgeschäfte aufnehmen. 

Notwendig geworden war die Wahl nach der Amtsenthebung Park Geun Hyes durch das Verfassungsgericht am 10. März. Der Skandal hatte die Menschen des Landes monatelang aufgewühlt und dem liberalen Lager eine höhere Zustimmung eingebracht.

Park muss sich wegen Bestechlichkeit, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe vor Gericht verantworten. Im Zentrum der Affäre steht ihre Freundin Choi Soon Sil. Diese soll ihre Beziehungen zu Park benutzt haben, um Sponsorengelder für ihre Organisationen einzutreiben, und sich in die Staatsgeschäfte eingemischt haben. 

Neben dem wirtschafts- und sozialpolitischen Kurs in den nächsten fünf Jahren ging es bei der Wahl auch um den Umgang mit Nordkorea, das schwierige Verhältnis zu Japan und die Zusammenarbeit mit dem Bündnispartner USA. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea gedroht und auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen.

Moon setzt im Konflikt mit dem Norden auf ein gefestigtes Bündnis mit den USA, will aber wieder stärker auf Pjöngjang zugehen. Er machte aber klar, dass ein Dialog schwierig sein werde, sollte Pjöngjang einen weiteren Atomtest unternehmen. 

Etwa 42,5 Millionen Wahlberechtigte waren bei der Wahl aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Beteiligung lag nach Angaben der staatlichen Wahlkommission bei 77,2 Prozent. 

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