Selbstanzeige seltener straffrei

Eine große Steuerreform lässt auch unter der großen Koalition weiter auf sich warten. Dennoch ändert sich manches, das im Einzelfall erhebliche finanzielle Auswirkungen haben kann. Selbstanzeige:

|
Wer sein Haus dämmt, soll künftig zehn Jahre lang weniger Steuern zahlen.  Foto: 

Die Möglichkeiten für Steuerbetrüger, durch eine Selbstanzeige beim Finanzamt straffrei davonzukommen, werden deutlich eingeschränkt. Das geht von 2015 an nur noch bei einer hinterzogenen Summe von maximal 25 000 Euro. Bisher lag die Grenze doppelt so hoch. Wer mehr Steuern hinterzogen hat, muss 10 Prozent Straf-Aufschlag zahlen. Ab 100 000 Euro werden 15 Prozent fällig, ab einer Million Euro 20 Prozent. Außerdem muss der reuige Steuersünder für die zehn zurückliegenden Jahre reinen Tisch machen.

Abgeltungsteuer: Banken und andere Finanzinstitute müssen bei Anlegern, die einer Religionsgemeinschaft angehören, die Kirchensteuer auf die Kapitalerträge direkt ans Finanzamt abführen. Zwar bestand diese Steuerpflicht schon bisher. Aber die Steuer wurde nur dann tatsächlich gezahlt, wenn der Anleger der Bank seine Religionszugehörigkeit mitteilte. Von 2015 müssen die Institute diese direkt beim Bundeszentralamt für Steuern abfragen und dann automatisch die Beträge abführen. Dagegen ist Widerspruch möglich, der allerdings dem Finanzamt mitgeteilt wird.

Lebensversicherungen: Für neue Kapitallebens- und Rentenversicherungen sinkt die garantierte Verzinsung von 1,75 auf 1,25 Prozent. Das gilt nicht für laufende Verträge. Bestandskunden kommt zugute, dass die Versicherten an den Risikoüberschüssen zu 90 statt bisher 75 Prozent zu beteiligen sind.

Basis-Rente: Der maximal geförderte Betrag steigt von 20 000 Euro auf 24 000 Euro. Davon können 80 Prozent als Sonderausgabe beim Finanzamt geltend gemacht werden. Diese "Rürup-Rente" ist hauptsächlich für Selbstständige gedacht, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung Mitglied sind. Letztlich handelt es sich um eine Lebensversicherung.

Steuerbonus: Wer sein Haus dämmt, soll mindestens zehn Prozent der Sanierungskosten, etwa für neue Fenster oder einen Heizkessel, von seiner Steuerschuld abziehen können. Das wird jedoch über zehn Jahre verteilt. Bundestag und Bundesrat müssen es erst noch beschließen, dann aber soll es rückwirkend von 1. Januar 2015 an gelten.

Steuerfrei: Für Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern wird die Freigrenze von 110 Euro je Arbeitnehmer in einen Freibetrag verwandelt. Folge: Wird dieser Betrag überschritten, werden nicht mehr für alles Steuern fällig, sondern nur für den übersteigenden Betrag. Jedoch werden künftig alle externen Kosten berücksichtigt, auch etwa für die Musikkapelle. Geschenke des Arbeitgebers zum Geburtstag und anderen persönlichen Anlässen sind bis 60 Euro statt bis 40 Euro steuer- und sozialabgabenfrei. Das gilt nicht für Geldgeschenke, die stets versteuert werden müssen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoffen und Bangen vor dem Prozess gegen Mesale Tolu

Am Montag entscheidet sich, ob die Journalistin frei kommt. Die Familie ist optimistisch. Diplomaten und Prominente verfolgen die Verhandlung im Istanbuler Justizpalast. weiter lesen